Pferde, Lamas und Kühe

Wwoofing in Canada

 
26Januar
2015

Wieder im Ländle

Wir wollten euch alle nur noch eben wissen lassen, dass wir letzten Samstag wieder gut auf deutschem Boden angekommen sind. Abends wurden wir mit einer suuuper Überraschungsfeier bei Pauli zu Hause wilkommen gehießen. Obwohl wir nach den 12 Stunden Flug beide total platt waren, haben wir uns doch riesig gefreut, alle wiederzusehen.

Wir haben uns wieder gut eingelebt und sind gerade dabei, uns einen einigermaßen geregelten Alltag zu schaffen und uns um unsere Zukunft zu kümmern. Nach der ersten Wiedersehensfreude holt uns so langsam aber auch schon wieder die Sehnsucht nach Kanada ein. Wir vermissen das Leben auf dem Bauernhof, die Arbeit an der frischen Luft und die Menschen und Tiere, die uns auf unsere Reise ans Herz gewachsen sind. Eins ist sicher: Wir werden auf jeden Fall irgendwann nach Kanada zuückkehren. Vielleicht auch schon ziemlich bald

wieder auf deutschem Boden

16Januar
2015

Eco Lodge

Am 12. Januar früh morgens ging es für Dani wieder zurück nach Deutschland.

Wir 4 Übriggebliebenen haben den Vormittag in der Mall verbracht. Nachmittags wurden wir von einem Shuttlebus am Hostel abgeholt und in die Berge gefahren, wo wir unsere letzten 3 Tage in einer Eco Lodge verbracht haben. Nach den paar Tagen in Panama City hatten wir es bitter nötig, mal wieder in die Natur zu kommen. Das Hupen der Taxis, die vielen Menschen und dazu noch die unerträgliche Hitze hatten uns ziemlich ausgelaugt und wir waren froh, dem Großstadttrubel entfliehen zu können. Schon im Hostel in Panama City stellte sich uns ein mittelalter Mann mit langen grauen Haaren und Löchern im TShirt als Spiderman vor. In seinem furchtbar schottischen Akzent teilte er uns mit, dass er mit uns in die Eco Lodge komme, um dort seiner großen Leidenschaft, den Spinnen, nachzugehen.

Die Eco Lodge befindet sich mitten in der Natur umgeben von Bergen. Ein Fluss fließt hinter dem Haus entlang, es gibt kein Internet, das Essen kommt größtenteils aus dem eigenen Garten und der Müll wird sorgfältig getrennt. Das Pferd Banana läuft frei auf dem Grundstück herum, streckt einem morgens die Nase auf den Frühstücksteller und durchstöbert neugierig die Rucksäcke und Taschen der Gäste.

Am Dienstag sind wir zu einem See gelaufen und haben dort die Sonne genossen. Als wir nachmittags zurückkamen, wurden wir von Spiderman empfangen, der uns mit einem riesigen Grinsen im Gesicht eine Tupperdose ins Gesicht hielt. Er hatte eine Vogelspinne gefunden, die er nun für Forschungszwecke an die Oxford University bringt. Es machte ihm sichtlich Spaß, das Monster zu provozieren, sodass die Spinne langsam agressiv wurde und in Angriffsstellung ging. Auch scheute er sich nicht, sie jedem unter die Nase zu halten. Ob man wollte oder nicht. Wenigstens hat er sich dazu breit schlagen lassen, die Kiste mit den gefühlt tausend Tupperdosen (was auch immer sich darin befand) über Nacht in ein anderes Zimmer zu verfrachten, sodass wir einigermaßen entspannt schlafen konnten.

Am Mittwoch sind Tanja und Isi zu einem Wasserfall gewandert, während Pauli und Amelie den Tag mit ihren Büchern in den Hängematten verbrachten. Viel mehr gab es dort aber auch nicht zu tun.

Mittelamerikanische Schlappohrkühe Streuner gefunden

Heute Abend sind wir wieder in unserem Hostel in Panama City angekommen, wo wir nochmal eine Nacht verbringen, bevor es morgen früh dann auch schon zum Flughafen geht.

Für uns war es ziemlich schwierig, sich an den anderen Lebensstil hier zu gewöhnen. Dass man als Hellhäutiger sofort auffällt, sich die Taxifahrer wie die Hyänen auf einen stürzen und einem auf der Straße überall hinterhergepfiffen wird, machte es nicht gerade einfacher. Auch wenn den Deutschen immer ihre strikten Regelungen und genauestes Planen bis ins kleinste Detail vorgehalten werden, wissen wir die deutsche Kultur nach den 4 Wochen Mittelamerika echt zu schätzen. Hier lebt man einfach in den Tag hinein, das Wörtchen Stress kennt keiner, man wird entgeistert angeschaut, sobald man mal etwas eiliger läuft und auch von Verkehrsregeln hält man nicht viel. Das Chaos auf den Straßen ist unbeschreiblich. Der Verkehr erinnert an Boxautofahren: Jeder bahnt sich hupend seinen Weg durch das Gedränge. Ohne Rücksicht auf Verluste. So spießig die deutsche Mentalität auch manchmal scheint, freuen wir uns wieder auf die deutsche Ordnung mit geregelten Busfahrplänen und sichere Straßen.

Wir haben beide ein ziemlich mulmiges Gefühl im Magen, nach 6 Monaten wieder zurück nach Deutschland zu kommen und sind ziemlich gespannt, was uns erwarten wird. Das Wissen, dass es in näherer Zukunft auch erstmal nicht zurück nach Kanada gehen wird, stimmt uns ziemlich traurig und wir vermissen Land und Leute schon jetzt. Die Vorfreude auf zu Hause ist aber trotzdem riesig und wir können es kaum erwarten, übermorgen wieder auf deutschem Boden zu stehen.

16Januar
2015

Panama City

Part 1 unseres Aufenthalts in Panama City sind wir recht gechillt angegangen. Wir haben ausgeschlafen und uns dann auf den Weg nach Panama Viejo gemacht. Nach einer Stunde auf den Bus Warten hatten wir irgendwann die Nase voll und haben uns kurzerhand für ein Taxi entschieden. In Panama Viejo angekommen wurden wir leider etwas enttäuscht. Wir hatten eine schöne Altstadt mit netten Sträßchen, die zum Bummeln einladen, erwartet. Stattdessen bezeichnet Panama Viejo nur einen Stadtteil, in dem noch viele Ruinen aus dem 16. Jahrhundert zu sehen sind. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Parkanlage und ein paar Blicken auf die Ruinen haben wir uns das nächste Taxi geschnappt und sind in die richtige Altstadt gefahren. Dort sind wir noch ein bisschen durch die Gassen geschlendert, haben uns die vielen kleinen Souvenirlädchen angeschaut und ein Eis gegessen.

Panama Viejo Paulis zwei Liebsten Leguan Skyline Panama City Panama Altstadt

Am 7.01 ging es dann nach San Blas.

Am 10.01 wieder im Hostel angekommen war der eigentliche Plan, den restlichen halben Tag für den Panamakanal zu nutzen. Da hat uns nur leider mal wieder der Bus einen Strich durch die Rechnung gezogen, sodass wir nach einer Stunde vergeblichem Warten in der Mall endeten.

Am 11.01 ging es zu einem Damm, der 3 kleine Inseln mit dem Festland verbindet. Die hinterste Insel wurde im Reiseführer so hoch gepriesen, dass wir unsere letzten Energiereserven bündelten und in der prallen Mittagshitze 2 Stunden bis zum Ziel liefen. Letztendlich hat sich der Weg dann aber nicht mal gelohnt, weil uns auf der Insel nur ein paar Restaurants, ein hässlicher Hafen und ein alles andere als "atemberaubender" Blick auf die Skyline Panama Citys erwarteten.

Mit dem Taxi ging es weiter zum Panamakanal. Bei der Frage, ob sich die 15 Dollar Eintritt pro Kopf gelohnt haben, scheiden sich die Geister der Urlaubspiraten. Es war aber auf jeden Fall ziemlich beeindruckend, wie sich die riesigen Containerschiffe mit wenigen cm Abstand zum Rand durch den Kanal zwängen und innerhalb von 10 Minuten vor einem verschwinden. Nach dem 3. Schiff hatten wir dann aber auch genug und haben den Tag mit einem leckeren Abendessen auf dem Fischmarkt ausklingen lassen.

Riesiges Containerschiff Erschöpfte Urlaubspirateen KillerraupeDer Damm  Vorher... ...nachher

In der Altstadt Panama Citys gibt es ein paar nette Eckchen mit schönen Gebäuden und Plätzen. Sobald man etwas weiterläuft, wird man allerdings schnell wieder mit dem niedriegerem Lebensstandart des Landes konfrontiert. Heruntergekommene Häuser, Müll überall und viele Menschen auf den Straßen. Trotz der Polizisten, die an jeder Ecke stehen, fühlten wir uns oft einfach nicht sicher und haben auch für kleinere Strecken, die man gut zu Fuß hätte laufen können, lieber ein Taxi genommen.

11Januar
2015

San Blas Inseln

Am Montag ging es von Las Lajas weiter nach Panama City. Nach 3 Stunden Warten kam dann auch endlich mal unser Bus und nach weiteren 7 Stunden Fahrt kamen wir auch irgendwann mal im Hostel in Panama City an.

Dank unserer Verspätung wurde unsere eigentlich für den nächsten Tag geplante 3-Tages-Tour nach San Blas leider gecancelt und somit verbrachten wir erst noch einen Tag in Panama Stadt, bevor es am Mittwoch los ging nach San Blas. San Blas ist eine Inselgruppe in der Karibik, zu der insgesamt 365 Inseln gehören, die noch von den Ureinwohnern, dem Volk der Kunas, regiert werden. Das machte die ganze Sache ziemlich teuer  und nicht gerade einfach . Die Kunas verlangen nämlich Extrasteuern für ihr Land und besitzen dazu auch noch absolut kein Organisationstalent.

Um 5 Uhr morgens wurden wir von einem Privatjeep am Hostel abgeholt, der uns direkt zur Anlegestelle der San-Blas-Insel-Boote bringen sollte. Zusammen mit 2 Argentiniern quetschten wir uns in den Jeep. Wir hatten kaum Platz, geschweige denn eine Kopflehne oder einen Anschnallgurt. So wurden wir dann 4 Stunden lang (angedacht waren 2 1/2 Stunden) durchgeschüttelt. Es ging steil und kurvig bergauf, die Straße war schlecht und zu allem Übel wurde uns auch noch ununterbrochen das Ohr von unserem Taxifahrer gefüllt, der meinte, den Argentiniern ohne Punkt und Komma seine gesamte Lebensgeschichte erzählen zu müssen. Wir waren alle heilfroh, als wir endlich ankamen.

Leider war die Freude von keiner langen Dauer. Am "Hafen" angekommen, wurde uns erstmal mitgeteilt, dass die Insel, die wir eigentlich gebucht hatten, voll sei und unsere einzige Möglichkeit darin bestünde, auf eine andere Insel zu gehen. Da wir keine andere Wahl hatten, stimmten wir zu und nach weiteren 1 1/2 Stunden Warten durften wir dann auch endlich in eines der nicht wirklich sicher wirkenden Boote steigen. Unser Gepäck wurde sorgfältig unter Plastikplanen verstaut und wir fragten uns schon, was das denn jetzt soll, machten uns aber keine weiteren Gedanken. Zunächst ging es einen ruhigen Fluss (mit Krokodilen am Ufer ) entlang. Dann steuerten wir auf das offene Meer zu, das Boot gab Vollgas und wir schanzten über die plötzlich monsterhohen Wellen. Nach 2 Sekunden komplett durchnässt, konzentrierten wir uns die weitere halbe Stunde nur noch darauf, nicht noch mehr Salzwasser in Mund und Augen zu bekommen. Trotzdem nahmen wir die vielen kleinen mit Palmen bewachsenen Inseln wahr, die mitten im türkisfarbenen Wasser total unwirklich schienen.

Auf der Insel angekommen waren wir froh, auch diese Höllenfahrt im Boot gut überstanden zu haben. Als uns der Betreiber dann aber mitgeteilt hat, dass es leider keine freien Betten mehr gibt, war die Stimmung schnell wieder am Nullpunkt angelangt. Wir saßen auf einer einsamen Insel mitten im Meer und es gab absolut keine Chance, dort am selben Tag noch wegzukommen. Beim Mittagessen hat uns ein netter Amerikaner dann darauf hingewiesen, dass die Insel in 2 Hälften geteilt ist und wir es doch mal bei dem Betreiber der andere Hälfte versuchen sollten. Gesagt getan. Und wir hatten Glück: Auf der anderen Seite der Insel wurden wir sofort herzlich empfangen, zu unseren Betten gebracht und danach mit einem zweiten MIttagessen beglückt. Dass uns der Chef der ersten Seite kein Sterbenswörtchen von der Teilung der Insel gesagt hat und uns eiskalt in einer Hängematte oder auf dem Boden schlafen lassen hätte, finden wir immer noch eine Frechheit.

Die nächsten 3 Tage wurden vom Klang der Muschel bestimmt. Die Insel war so klein, dass man sie  in 2 Minuten locker komplett umrunden konnte. Es gab keinen Laden, keine Bank und keinen Arzt. Einfach nichts außer Palmen und Sand. Wir wohnten in einfachen Bambushütten mit Palmblätterdächern. Aus den 2 Duschen kam Salzwasser und Waschbecken gab es erst garnicht. Die Hygiene musste während der Tage auf San Blas drastisch zurückgeschraubt werden.
Morgens um 7 wurden wir vom Klang der Muschel (ein Kunas blies in eine große Muschel, sodass ihr Klang über die ganze Insel zu hören war) zum Frühstück geweckt. Die Decke wurde zurückgeschlagen, man stand auf und war gerichtet. Den restlichen Tag konnte man sich zwischen lesen, schlafen, sonnen und baden entscheiden. Um 12 blies die Muschel zum Mittagessen und um 17 Uhr zum Abendessen. Die Abende haben wir mit Kartenspielen und gespanntem Beobachten und Analysieren der "Inselromanzen" verbracht, bevor um 10 Uhr der Generator ausging und sich der Mondschein in unsere einzige Lichtquelle verwandelte.

Auf San Blas konnte man mal so richtig die Seele baumeln lassen. Kein Internet, kein Lärm und nur das Rauschen der Wellen im Ohr. Man musste sich schon erstmal an dieses Entspannen gewöhnen, aber es hat auf jeden Fall mal richtig gut getan. Die Kunas sind super liebe und hilfsbereite Menschen, denen man ihre Verpeiltheit einfach nicht übel nehmen kann. Trotzdem sind wir froh, heute wieder in unserem Hostel in Panama City in der Zivilisation angekommen zu sein.

An der Anlegestelle angekommen Unser Inselchen Inseldorf Unser Heim

07Januar
2015

Playa las Lajas

Nach unserer Kaffeetour am Samstag ging es mit dem Bus nach San Felix und von dort aus mit dem Taxi weiter nach Playa las Lajas. Wir hatten ein wenig Muffensausen, weil wir keine Unterkunft gebucht hatten und alles unerwartet einsam schien. Auf gut Glück liefen wir einfach mal los und wurden auch schon nach wenigen Metern fündig. Auf einer Art Campingplatz bot uns der Besitzer eine Hütte für 2 Nächte an. Zwar nur mit 4 Betten, aber besser als nichts. Der einzige Nachteil war, dass es dort weder eine Küche noch einen Supermarkt gab. Die einzige Essensmöglichkeit war eine Hotelanlage ganz in der Nähe und somit wurden die 2 Tage in Playa las Lajas ein recht teures Vergnügen.

Dafür war der Strand umso schöner. Kilometerweit, 50 Meter breit und menschenleer. Da hätte es sich locker noch ein paar Tage länger aushalten lassen 

Am Montag ging es dann aber auch schon weiter nach Panama City. Morgen gehen wir für 3 Tage auf die San Blas Inseln, wo es weder Strom noch Internet gibt. Wir melden uns mit ausführlicheren Berichten und Fotos, sobald wir wieder in der Stadt sind 

Dani beim Kampf gegen die KokosnussBeute verspeisenUrlaubspiraten

06Januar
2015

Boquete: Höllenbusfahrt, Todeswanderung und eine Menge Kaffee

An Neujahr haben wir uns auf den Weg nach Panama in das Örtchen Boquete gemacht.

Schon der Grenzübergang war ziemlich abenteuerlich. Um nach Panama zu gelangen mussten wir nämlich eine unsichere Holzbrücke mit unbefestigten Brettern und riesigen Löchern über einen reißenden Fluss überqueren.
In Panama angekommen wurden wir sofort von einem Rudel aufdringlicher Taxifahrer und bettelnder Kinder überrumpelt. Wir waren allerdings schlau genug, uns nicht über das Ohr hauen zu lassen, und haben uns für öffentliche Verkehrsmittel entschieden.

 

Die 4stündige Busfahrt nach Boquete war alles andere als angenehm. Es war so eng, dass man von allen Seiten Körperkontakt zu irgendwelchen fremden Personen hatte. Der Busfahrer schien nur den ersten Gang zu kennen und das Aufheulen des Motors schmerzte durch und durch. Außerdem meinte der Busfahrer wohl auch, dass wir uns in einem Club befinden. Zumindest drehte er die Musik so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstanden hat. Wenigstens war die Landschaft ein Augenschmaus.

Völlig fertig kamen wir dann gegen 20 Uhr im Hostel in Boquete an. Viel Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht, da wir noch etwas essen und uns dann auch schon für unsere Wanderung auf den Vulkan Baru richten mussten.
Der Vulkan Baru ist mit seinen 3500 Metern der höchste Berg Panamas und bei gutem Wetter kann man von seinem Gipfel aus sogar beide Weltmeere sehen. 
Angedacht war eine etwa 6-stündige Wanderung zum Gipfel, wo wir dann pünktlich zum Sonnenaufgang angekommen wären. Danach hätten wir uns direkt wieder auf den 6-stündigen Abstieg begeben.      
Um 23.30 Uhr ging es dann mit einem etwas mulmigen Gefühl im Magen los. Wir wurden vom Hostel-Shuttle auf 1700 Meter gefahren, die restlichen 1800 Meter sollten zu Fuß erklommen werden. 3 Rucksäcke bepackt mit insgesamt 15 Litern Wasser, Snacks, Pullis, Jacken, Skiunterwäsche und Decken.
Schon die erste halbe Stunde erwies sich schwieriger als erwartet. Es ging steil bergauf (da wussten wir allerdings noch nicht was uns später noch erwarten würde), man hat jeden Liter Wasser auf dem Rücken gespürt, als hätte man Steine im Rucksack, und der Gegenwind blies einem ins Gesicht , sodass man kaum noch Luft bekommen hat.
Als Amelie nach einer Stunde bei dem Versuch, einen der Rucksäcke zu tragen, plötzlich zusammengebrochen ist, dachten wir schon alle, dass es das jetzt war mit unserer Wanderung. Nach einer kurzen Pause konnte sie sich aber glücklicherweise wieder aufrappeln und so ging es - für Amelie ohne Rucksack - weiter Richtung Gipfel.
Die Anstrengung ist nicht in Worte zu fassen. Von Meter zu Meter wurde es kälter, der Weg immer steiler und steiniger. Es war stockdunkel und 2 unserer 5 Stirnlampen hatten schon den Geist aufgegeben. Langsam kamen uns Zweifel, ob das die richtige Entscheidung war oder ob wir das Ganze nicht alle etwas unterschätzt hatten. Geredet wurde schon lange nicht mehr, jeder konzentrierte sich nur noch darauf, gleichmäßig zu atmen und nicht zu stolpern. Es war mittlerweile eiskalt, die Schritte wurden immer schwerer und das Tempo ging langsam gegen 0. Ab und zu wurden Pausen eingelegt, die sich allerdings recht kurz hielten, da es unerträglich kalt wurde, sobald man stehen blieb.
Nach etwa 4 Stunden ging es mit Dani plötzlich total unerwartet heftig bergab. Er war kaum noch ansprechbar und lief nur noch wie ein Zombie den Weg entlang. So kurz vor dem Ziel und dann sowas. Das war ein ganz schöner Schlag ins Gesicht. Nachdem er sich zum zweiten Mal übergeben hatte, war für uns schnell klar, dass das so keinen Sinn mehr macht. Das einzige, was bei Höhenkrankheit hilft, ist der sofortige Abstieg und so haben wir ohne groß nachzudenken auf dem Absatz kehrt gemacht und uns zurück Richtung Tal begeben. Für den Bruchteil einer Sekunde stand zur Debatte, uns aufzuzteilen, damit wenigstens 2 von uns die restlichen 500 Höhenmeter erklimmen und das lang ersehnte Ziel erreichen werden. Wir waren uns aber einig, dass wir das Abenteuer zusammen angefangen hatten und somit auch zusammen beenden werden.
Die erste Stunde des Abstiegs verging wie im Flug und Dani ging es mit jedem Meter, den wir uns weiter Richtung Tal begaben, besser. Nach einer Stunde beschlossen wir, eine Pause einzulegen. Ein Glück, dass Isi und Amelie die Decken aus dem Flugzeug vom Hinflug geklaut hatten. Wie die Murmeltiere haben wir uns alle auf einen Haufen in ein einigermaßen windgeschütztes Eck gemummelt. Dort hat uns dann allerdings relativ schnell die Angst vor Pumas und anderen wilden Tieren überrollt, sodass wir uns entschlossen, weiterzulaufen.
Der restliche Abstieg war mit Höllenqualen verbunden. Die Knie schmerzten, langsam holte uns die Müdigkeit ein und unsere Beine konnten uns einfach nicht mehr tragen.
Pauli, die schon am Vorabend etwas angeschlagen war, hatte der eiskalte Wind verbunden mit der Anstrengung überhaupt nicht gut getan. Mit höllischen Kopfschmerzen und schlappen Gliedern schleppte sie sich Meter um Meter weiter bergab.
Hinter jeder Kurve erwartete man das Ziel und hinter jeder Kurve wurde man maßlos mit einer weiteren Kurve enttäuscht.
Kurz vor Schluss wurden wir noch mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt, den wir von einem Aussichtspunkt mit einem atemberaubenden Blick auf das ganze Tal genießen durften. Die letzte Stunde Abstieg haben wir dann auch doch noch etwas von der schönen Landschaft zu sehen bekommen.
Amelie war mittlerweile so kaputt , dass sie mit einer Decke um den Kopf gebunden singend durch den Wald hüpfte. Zwischendurch hat sie sich immer wieder mitten auf den Weg gesetzt und geheult. Wenn man es nicht besser gewusst hätte, hätte man sie für einen Kräuterhexe auf Drogen halten können.
Gegen 8.30 Uhr kamen wir völlig fertig endlich im Hostel an. Den restlichen Tag haben wir schlafend im Bett verbracht. Abends haben wir uns zur Belohnung unserer Höllenwanderung selbstgemachte Burger gegönnt.
Mittlerweile können wir über die Qualen lachen und sind stolz auf unsere 1300 erklommenen Höhenmeter. Die Wanderung war auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Ob wir sie jederzeit wieder antreten würden, ist allerdings eine andere Frage.

Körperwärme teilen Kein Ziel in SichtEndlich angekommen Der Lohn

Am Samstag früh haben wir unserem Namen als Deutsche alle Ehre gemacht.
Für 9 Uhr hatten wir eine 45-minütige Kaffeetour gebucht. Als wir nach einer halben Stunde dann endlich mal in Empfang genommen wurden, hat sich herausgestellt, dass die Tour 3 Stunden dauert und anstatt 9 Dollar 30 Dollar kosten soll. Daraufhin haben wir uns umentschieden und die Tourgesellschaft hat sich ohne uns auf den Weg Richtung Kaffeeplantagen gemacht. Ein paar Minuten später ist uns eingefallen, dass wir eigentlich doch gern die 3-stündige Tour machen würden. Nach ewigem Hin- und Hertelefonieren hat uns die Chefin höchstpersönlich zum Rest der Truppe auf die Plantage gefahren, damit wir doch noch bei der Tour teilnehmen können.
Der 93-jährige Chef des Ruiz-Kaffee-Unternehmen sucht immernoch täglich den Weg auf eine seiner 11 Kaffeeplantagen rund um Boquete, um dort nach dem Rechten zu sehen.
Ein netter Panamer hat uns eine super gute Tour geboten, bei der wir vom Anbau bis zur Verarbeitung einen richtig guten Einblick in die Kaffeewelt bekamen. Es war echt interessant, teilweise aber auch ziemlich überraschend, wenn nicht sogar schockierend. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Nescafé zu 80 % aus gerösteten Insekten, Stöckchen und Schalen besteht? Oder dass Espresso weitaus weniger Koffein als leicht gerösteter Kaffee enthält?
Am Ende gab es sogar noch eine Kaffeeverkostung, bei der wir mit dem Neffe des Chefs in Gespräch kamen. Dieser hat uns erzählt, dass einer der Söhne des Chefs in Schönaich wohnt und dort den berühmten panameischer Ruiz Kaffe unter dem Namen Hochland vertreibt.

Kaffeefrüchte Kaffeebohnen zum Trocknen in der Sonne Babykaffee Hochlandcafé Nescafé  

03Januar
2015

Großes Wiedersehen in Cahuita

Am 29.12 haben sich Dani und Pauli auf den Weg an die Karibikküste nach Cahuita gemacht, wo es dann am 30. ein großes Wiedersehen mit Tanja, Amelie und Isi gab. Vanuatu ist ein süßer kleiner Ort direkt am Meer.

Auch wenn das Wetter leider nicht so mitgespielt hat und es sehr wechselhaft war, hatten wir eine schöne Zeit. Wenn es mal nicht geregnet hat, lagen wir am Strand und haben ein paar Sonnenstrahlen genossen oder uns in den Wellen vergnügt. An der Karibik sind die Strände noch viel wilder und unberührter als die am Pazifik. Am Donnerstag sind wir direkt am Strand entlang durch den Nationalpark gelaufen und haben eine Waschbärfamilie, viele Affen und Faultiere, einen Leguan und sogar einen Nasenbär gesehen. 

Die Silvesterfeierei hat sich bei uns dieses Jahr in Grenzen gehalten. Wir waren in einem netten Restaurant direkt am Strand essen und haben den restlichen Abend mit Bananenmilch in der Hängematte im Hostel verbracht. Um 12 Uhr wurde ein frohes neues Jahr gewünsch und dann ging es auch schon ab ins Bett.

Wir hoffen, ihr seid alle gut rüber gerutscht und wünschen euch auch noch ein schönes und gesundes Jahr 2015!

Faultier Äffle Nasenbär

30Dezember
2014

Pauli und Dani in La Fortuna

Hallöchen allerseits!

Nachdem ich Dani am Samstag am Flughafen abgeholt habe, ging es für uns direkt weiter nach La Fortuna gemacht. La Fortuna ist ein kleiner Ort am Fuße des Vulkan Arenals, einer der aktivsten Vulkane der Welt. Leider ist die Spitze des 1760 Meter hohen Kegels meist mit dichtem Nebel verdeckt, sodass man ziemlich Glück haben muss, den Vulkan in seiner vollen Größe zu sehen. 

Da es sich als ziemlich schwierig erwiesen hat, ohne Auto irgendetwas spannendes zu unternehmen, haben wir uns für eine geführte Tour entschieden.

So wurden wir am Sonntag direkt vor unserem Hotel abgeholt und zum Eingang des Arenal Volcano National Parks gefahren.
Von einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Arenal und den Arenalsee (größter See Costa Ricas) aus ging es zunächst durch einen tropischen Garten mit vielen bunten Blumen und 27159 verschiedenen Vogelarten. Unser Guide war total nett und hat echt viel zu berichten gewusst.
Danach ging es zu einem schönen Wasserfall, wo wir sogar baden konnten. Da wir die einzigen Teilnehmer waren, wurde Dani sogar der Blick hinter die Wasserwand ermöglicht, was wohl ziemlich beeindruckend gewesen sein muss. Ich habe allerdings dankend darauf verzichtet, da die Strömung ziemlich stark war und mir die Wassermassen ziemlich Respekt eingeflößt haben.
Auf unserem Weg zurück ist einen halben Meter vor uns in aller Ruhe ein Ameisebär über den Weg gelaufen und auf den nächsten Baum geklettert ist. Da hatten wir wohl ziemlich großes Glück. Zumindest war unser Guide total aus dem Häuschen. Er hat nämlich in seiner ganzen Laufbahn als Tourenführer noch nie einen Ameisenbär aus solcher Nähe gesehen. 

Nachdem noch 10 weitere Tourteilnehmer auf uns gestoßen sind, haben wir uns auf den Weg zu den Lavafeldern gemacht. Der Weg ging mitten durch den Dschungel, vorbei an riesigen Bäumen und über ziemlich wackelige Hängebrücken.
Am Lavafeld angekommen ist uns das Lachen dann allerdings ziemlich schnell vergangen. Das hatte absolut nichts mehr mit wandern zu tun, sondern hätte wohl eher unter der Kategorie "Bergsteigen" angeboten werden sollen. Es war echt nicht ohne, über die erkalteten Lavasteine von 1992 und 2010 zu klettern, die Anstrengung hat sich aber allemal gelohnt. Die Landschaft war einfach unglaublich, man hatte einen wunderschönen Blick über den Arenalsee und die Berglandschaft von Tilaran und direkt vor einem ragte der riesige Vulkan Arenal in die Höhe.
Wir konnten leider kaum Fotos machen, weil unser Guide ein ziemliches Tempo vorangelegt hat und wir beide Hände zum Klettern gebraucht haben.
Mittlerweile war es schon ziemlich spät, sodass der Rückweg zu einer Nachtwanderung durch den Dschungel wurde, was aber auch mal eine recht coole Erfahrung war. Wir sind nur leider ganz hinten gelaufen, sodass wir immer nur das Raunen der Vorderen gehört habe, wenn sie irgendwelche Tiere gesichtet haben. Das waren allerdings meist nur irgendwelche Riesenspinnen, also wir haben meiner Meinung nach nicht all zu viel verpasst .

Unsere Tour endete in den Hot Springs, den heißen Quellen, wo der durch den Vulkan aufgeheizte Fluss Tabacón mehrere Auffangbecken und Wasserfälle durchfließt. Umgeben von Dschungel und Kerzen haben wir sogar noch einen typisch Costa Ricanischen Cocktail und eine Gesichtsmaske aus Vulkanerde bekommen. Der perfekte Abschluss von einem wunderschönen Tag!

Vulkan Arenal Endlich wieder vereint hihi König des Wassers Ameisenbäri Lava fields   

26Dezember
2014

Feliz Navidad

Seit dem 20. Dezember sind wir jetzt schon in Guapiles, wo es ein großes Wiedersehen mit Tanjas Gastfamilie gab. Für die, die es noch nicht wissen: Tanja hat 2010 ein Jahr in Costa Rica gelebt und ist hier zur Schule gegangen.

Weihnachten haben wir also hier bei Tanjas Familie verbracht. Das war allerdings nicht sonderlich spektakulär.
Wie jeden Tag saßen wir den ganzen Tag im Haus, der Fernseher lief und wenn man sich nicht zwanghaft daran erinnert hat, hätte man glatt vergessen können, dass Weihnachten ist. Zusammen mit der deutschen Austauschschülerin Anni, die gerade für ein Jahr hier wohnt, haben wir den ganzen Tag darauf gewartet, dass die Stimmung mal etwas besinnlich oder weihnachtlich wird, aber daraus wurde in Tshirt und kurzer Hose leider nichts.  
Gegen 21.30 Uhr kam dann die Großfamilie und es gab Lasagne und Salat von Plastiktellern . Dann wurden Geschenke ausgepackt (die Bescherung ist hier lange nicht so groß wie in Deutschland) und danach hat man noch einen Horrorfilm zusammen geschaut.

Für Pauli war es zwar eine interessante Erfahrung, Weihnachten mal in einem anderen Land mit anderen Sitten zu feiern, sie bevorzugt aber eindeutig ein deutsches Weihnachten in der Kälte mit Kirchengang am Heiligen Abend, einem leckeren Fondue, gemeinsamen Singen und vor allem mit der eigenen Familie.   

Tanja kannte die Costa Ricanischen Sitten ja schon. Somit hat sie es einfach genossen, mit ihrer Gastfamilie zusammen zu sein und ist schon ziemlich traurig, sich am Montag schon wieder verabschieden zu müssen.

Prinzessin MimiRechts: Gastmama, links: Tante und CousineVorne links: Anni, vorne rechts: Gastschwester, hinten: Cousinen und Tante

 

Wir hoffen, dass auch ihr ein schönes Weihnachtsfest hattet und die Feiertage in vollen Zügen genießen konntet.

Morgen geht es für Pauli weiter zum Flughafen, wo sie ihren Freund Dani in Empfang nimmt. 
Tanja bleibt noch eine Nacht länger in Guapiles und holt dann übermorgen ihre Schwester Amelie und ihre Freundin Isi vom Flughafen ab.  

19Dezember
2014

Parque Nacional Volcan Tenorio

Nach 4 mal Umsteigen und ewigem Warten sind wir gestern Abend ziemlich erschöpft in unserem Hotel in Bijagua angekommen.

Heute Morgen um 8 ging es dann zusammen mit dem Mann vom Hotel und 2 Österreichern los in den Parque Nacional Volcan Tenorio. Die Straße war so schlecht, dass wir für die 11 km mit dem Auto einfach 45 Minuten gebraucht haben.

Dort angekommen, sind wir dann 3 Stunden durch den Dschungel gewandert. Durch eine chemische Reaktion von 2 Flüssen, die hier ineinander fließen, und durch bestimmte Mineralien im Wasser sieht das Wasser hier richtig blau aus. Wunderschön einfach nur! Außerdem haben wir die Gase der Vulkane zu sehen (und zu riechen) bekommen. Auf den Geruch, der an faule Eier erinnert hat, hätten wir verzichten können, aber zu sehen, wie die Gase das Wasser zum strudeln bringen, war doch echt interessant. Die Vulkane haben wir wegen dem dichten Nebel leider nicht sehen können, aber die Tour hat sich auf jeden Fall trotzdem gelohnt.

Morgen früh um 5 () geht es dann weiter nach Guapiles zu Tanjas Gastfamilie.

Super Sicht auf den Vulkan Touris hoch zehn Aufeinandertreffen der beiden Flüsse Bijagua Papayabäume

18Dezember
2014

Goodbye Canada - hola Costa Rica, Samara

Am 14. Dezember hieß es für uns "Lebe wohl, geliebtes Kanada" . Es war schon ein ziemlich seltsames Gefühl, in den Flieger zu steigen und zu wissen, dass unsere Zeit in Kanada jetzt einfach vorbei ist. Aber wir werden definitiv noch einmal zurückkommen, es gibt einfach noch viel zu viel zu sehen.

Nach 8 Stunden Flug mit Zwischenstop in Texas sind wir dann ziemlich müde und mit gemischten Gefühlen in Costa Rica angekommen. Am Flughafen wurden wir erstmal von tausend Taxifahrern überrumpelt, die uns alle ein Taxi andrehen wollten. Da es schon ziemlich spät war, haben wir uns dann auch für eines entschieden und wurden direkt vor die Türe unseres Hotels in Alajuela gefahren.

Am Montagmorgen ging es dann mit dem Bus nach San Jose und von dort aus nochmal 5 Stunden weiter an die Pazifikküste nach Samara.

Hier ist es traumhaft schön, die Sonne scheint jeden Tag (haben uns leider auch schon verbrannt ) und wir genießen unseren "Urlaub" bei 32 Grad mit frischer Bananenmilch in der Hängematte am Strand .

Am Dienstag waren wir schnorcheln. War eine ziemlich coole Erfahrung, die Unterwasserwelt mal mit eigenen Augen zu erkunden und wir haben viele schöne Fische, Oktopusse und Hummer gesehen.  Der offene Ozean hat uns allerdings ziemlich Respekt eingeflößt und wir waren froh, als wir wieder sicheren Fußes am Festland angekommen sind.

Morgen früh geht es weiter zum Rio Celeste.

17Dezember
2014

Vancouver

Unsere letzten 4 Tage haben wir in Vancouver bei Owen, unserem Couchsurfhost, verbracht. Sein Apartement lag mitten in Downtown, was ziemlich ccol war.

Owen war echt super lieb und wir haben uns richtig gut mit ihm verstanden. Er hat uns in seiner C-Klasse () herumgefahren und uns Vancouver und Umgebung gezeigt. Abends haben wir zusammen gegessen und danach "Walking Dead" geschaut und ein Bierchen gezischt.

Am Freitag hat er uns mit zum Schießplatz genommen. Diesmal durften wir uns sogar an der Pistole beweisen, was uns doch deutlich mehr Spaß gemacht hat als die Shotgun.

Was uns ziemlich schockiert hat, war die West Hastings Street. Das ist eine Straße im Zentrum von Vancouver, die man zu Fuße besser meiden sollte. Diesen Anblick kann man einfach nicht in Worte fassen. Die Gehwege sind voll mit Obdachlosen und Drogenabängigen und man sieht die Leute, wie sie sich gerade spritzen, mit Drogen dealen oder völlig orientierungslos durch die hupenden Autos laufen.Es geht echt zu wie auf dem Rummelplatz, nur leider mit einer anderen Art von Menschen.  

Es gibt auf jeden Fall ein paar echt schöne Ecken in Vancouver, wie zum Beispiel Granville Island (eine kleine Insel mit vielen Märkten) oder Gastown ("Altstadt" Vancouver). Dass uns die Stadt dennoch nicht soo umgehauen hat, liegt wahrscheinlich zum einen an der Jahreszeit und zum anderen daran, dass die Luft bei uns einfach raus war. Trotzdem war Vancouver nochmal ein schöner Abschluss unserer Zeit in Kanada.

COUCHsurfing Amibäume Gastown Black Forest Cake Schiffsversammlung Sunset am Sunset Beach

 

10Dezember
2014

Salt Spring Island

Am Montag sind wir (mal wieder per Anhalter) zu unserem nächsten Couchsurfer Host Aaron gereist. Aaron lebt auf Salt Sping Island, welche uns als eine kleine "Hippie-Insel" mit vielen coolen Märkten beschrieben wurde.
Dass wir hier ausschließlich von spirituellen Menschen umgeben sind, hat uns allerdings niemand gesagt.

Aaron ist 34 und wirklich ziemlich komisch. Er rennt die ganze Zeit in Unterwäsche im Haus rum, hat irgendwelche Bring-durch-Sex-Harmonie-in-deine-Beziehung-Bücher im Haus rumstehen und will uns die ganze Zeit massieren und dabei "unseren Körper sprechen hören" (er ist ein Crainiosacral Therapeut).

Heute waren wir etwas die Insel erkunden und morgen früh geht es dann auch schon weiter zu unserem letzten Ziel in Kanada: Vancouver.

Häuser mitten auf dem Wasser Gruselbaum

08Dezember
2014

Tofino

Seit Freitag sind wir jetzt schon in DEM Surferort für junge Leute auf Vancouver Island und es ist einfach nur wunderschön hier.

Aber zuerst zu unserer Reise hierher, die war nämlich alles andere als schön:

Ursprünglich wollten wir für eine Nacht nach Duncan, einem Ort an der Ostküste Vancouver Islands.
Allerdings hat sich unser Couchsurfer Host dort einfach nicht mehr gemedet (worüber wir immer noch ziemlich pissig sind ) und somit hatten wir keine Adresse, sodass wir spontan umplanen mussten.
Also entschieden wir uns, nach Port Alberni in ein Hostel zu gehen. Das waren weitere 135 km. Per Anhaltener hat das aber alles zum Glück problemlos geklappt.
Als uns unsere Fahrerein dann vor dem Hostel in Port Alberni abgesetzt hat, ist uns fast der Atem stehen geblieben. Das Hostel war geschlossen! Wir hatten vorher die Homepage gecheckt und dort stand nichts.
Mittlerweile waren wir so durchnässt und durchgefroren, dass wir uns erstmal in ein Café gesetzt haben, um einen neuen Plan zu schmieden: Weitere 130 km bis nach Tofino.
Das Problem war bloß, dass uns nur noch etwa 45 Minuten blieben, bevor es dunkel wurde.
Also stapften wir durch das größte Pisswetter raus aus der Stadt in Richtung Highway.
Ein netter Mann hat uns ein Stückchen bis zu einer Tankstelle mitgenommen, wo wir unser weiteres Glück versuchten. Nach 10 Minuten war es allerdings stockdunkel und das ganze war plötzlich nur noch gruselig. Wir standen am Highway mitten im Nirgendwo an einer Tankstelle im Wald, es war stockdunkel, hat in Strömen geregnet und wir wussten einfach nicht mehr weiter. So verloren haben wir uns beide noch nie gefühlt. 
Wir dachten, wir haben vielleicht mehr Glück, wenn wir in die Tankstelle gehen und direkt Leute ansprechen, aber auch das haben wir uns irgendwann nicht mehr getraut, weil nur noch komische Leute unterwegs waren.
In der Tankstelle hatten wir glücklicherweise Internet und so konnten wir ein Busunternehmen nach Tofino ausfindig machen. Nach einer langen Diskussion am Telefon konnten wir das Busunternehmen davon überzeugen, uns mit dem nächsten Bus an der Tankstelle einzusammeln. Unsere Rettung !
Nach zwei Stunden kam dann der Bus und hat uns endlich nach Tofino in unser Hostel gebracht - halleluja! 

Die letzten zwei Tage haben wir uns verschiedene Strände angeschaut, lange Strandspaziergänge und Wanderungen durch den Regenwald gemacht (zum Glück wurden wir von keinem Puma gefressen, die gibt es hier nämlich in Massen und sind alles andere als ungefährlich ).

Hier ist alles noch total unberührt und wild und die Strände sind so weit. Wäre es ein bisschen wärmer und würden anstatt Nadelbäumen Palmen hier wachsen, könnte man meinen, man sei in der Karibik. Zusammen mit den Gerüchen in dem Dorf hier, die uns an Skihütten erinnern, ist das alles aber doch sehr verwirrend. Orcas haben wir leider keine gesehen 

Tonquin BeachUnmengen an TreibholzPacific Rim Nationalparkwir haben uns nach 5 Monaten immer noch lieb hihiMöwenmeer

07Dezember
2014

Port Renfrew

Von Mittwoch bis Freitag waren wir bei Didier in Port Renfrew couchsurfen.

Port Renfrew ist ein kleiner Ort mit 400 Einwohnern an der West Küste Vancouver Islands. Wir hatten uns ein bisschen Sorgen gemacht, wie wir dort hinkommen sollen, da Port Renfrew 70 km vom nächsten Ort entfernt mitten im Nirgendwo liegt und auf dieser Straße vielleicht 10 Autos am Tag fahren.

Trotzdem versuchten wir unser Glück mit trampen. Und siehe da, schwup die wup wurden wir von einem alten Herrn eingesammelt, der uns die ganzen 90 km von Sooke bis Port Renfrew mitgenommen hat. Die Autofahrt war allerdings alles andere als angenehm. Der Mann ist wie die Sau  um die Kurven gerast, sodass wir uns leider nicht auf die schöne Landschaft konzentrieren konnten, sondern wohl eher darauf, nicht zu kotzen. 

In Port Renfrew angekommen, hat uns Didier (44) mit seinem süßen Hund Charly empfangen.

Mittwochs waren wir bei der Avatar Grove. Das ist ein Wald, in dem noch einige uralte Bäume (old-growth red cedar and douglas fir) stehen. Die Baumstämme haben einen Durchmesser von bis zu 3,6 Meter. Wir haben sowas noch nie gesehen und es war wirklich überwältigend. Aber auch der Rest des Waldes war einfach unglaublich. Dort ist ein Baum auf dem anderen gewachsen und alles war so grün.

In Port Renfrew haben wir einen Eindruck des "wirklichen Kanadas" bekommen. Abgeschieden von jeglicher Zivilisation mitten im Regenwald leben dort sogar noch Natives. Wir hatten 3 wirklich sehr entspannte Tage dort. Didier hat uns die Gegend gezeigt und abends haben wir lecker zusammen gekocht und gegessen.

Baby Charly Brown  

 

02Dezember
2014

Victoria

Nach unserer Flohkatastrophe waren wir schon 4 Tage früher als geplant in Victoria. So langsam gehen uns hier zwar die Ausflugsziele aus, aber es tut auch mal gut, etwas Zeit zu haben und einfach mal einen Tag im Bett zu verbringen oder ausgiebig shoppen zu gehen.

Am Montag sind wir dann vom Hostel zu unserem ersten Couchsurferhost Natasha umgezogen. Sie ist total lieb und hat uns sogar ihren Hausschlüssel anvertraut, was wir ziemlich verrückt finden. Wir können hier also rein- und rausspazieren, wann wir wollen, dürfen die Küche benutzen und schlafen nachts auf einer Luftmatratze im Wohnzimmer.

Victoria ist echt super süß! Es gibt viele kleine Einkaufsstraßen mit netten Cafés und schönen Gebäuden und man fühlt sich kein bisschen wie in einer Großstadt. Außerdem liegt Victoria am offenen Ozean und man kann total schön an der Küste entland laufen ohne auf eine Menschenseele zu treffen.

Mittlerweile hatten wir auch endlich Schnee! Zwar nur etwa 2 cm, aber besser als nichts. Wenn man durch die Straßen läuft, überall bunte Weihnachtsbäume und Lichterketten sieht und die Weihnachtsmusik aus den Läden dudelt, kommt man richtig in Weihnachtsstimmung. Der amerikanische Weihnachtsschmuck ist allerdings nicht so unser Geschmack. Einfach viel zu viel, zu kitschig und zu bunt.

Stadthafen Erster Schnee Amerikanische Weihnachtsbeleuchtung Villa Kunterbunt

     

28November
2014

Der pure Albtraum

Hier ging in den letzten 3 Tagen alles drunter und drüber.

Unsere einzige Aufgabe auf der Sayward Farm bestand darin, Unmengen an Laub auf alle Blumenbeete, Gemüsegärten und Komposthaufen zu schaufeln, um alles für den Winter vorzubereiten. Unsere Gastfamilie war ein älteres Ehepaar. Wir hatten beide unser eigenes Zimmer mit eigenem Bad im Keller und sind nur zum Essen hoch ins Haus gegangen.

Das Haus Die Hühner Gemüsegarten 

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sind wir beide immer wieder aufgewacht, weil es uns überall gejuckt hat. Als wir uns dann am Mittwochmorgen angeschaut haben, waren wir von oben bis unten übersäht mit Stichen. Erst dachten wir, wir wären Opfer der Bettwanzen geworden (das ist die größe Angst aller Kanadier). Nach etwas Recherchieren hat sich das aber zum Glück als falsch erwiesen. Die Wahrheit ist allerdings auch nicht viel besser: Wir haben Flöhe

Unsere Gastfamilie hat das leider nicht so ganz ernst genommen und meinte, das Problem mit ein bisschen durch die Zimmer saugen lösen zu können.

Nach einer weiteren schlaflosen Nacht haben wir uns dazu entschieden, noch am selben Tag abzureisen. Wir hätten es einfach keine Nacht länger in diesen Betten  ausgehalten. So waren wir den ganzen Tag damit beschäftigt, alles (und damit meinen wir wirklich ALLES) zu waschen, in den Trockner zu schmeißen, einzufrieren und in Plastiksäcke einzutüten, um alle Flöhe und deren Eier zu töten. Das hat den ganzen Tag in Anspruch genommen und wir haben uns gefühlt, als würden wir die Pest oder sonst was bekämpfen. Sobald wir damit fertig waren, sind wir ins Hostel nach Victoria geflüchtet.

Hier haben wir noch unsere letzte Sorge, unsere mit Schafscheiße verklebten Wanderschuhe, im Gefrierfach eingefroren, und sind nun ziemlich zuversichtlich, dass wir alle Flöhe los sind. Jetzt plagt uns nur noch der unerträgliche Juckreiz und die Angst, dass wir vielleicht doch noch ein paar Floheier mit im Gepäck haben.

Bis Montag bleiben wir voraussichtlich noch hier und dann geht unsere Reise durch Vancouver Islands wie geplant los.

Schmerzensschreie 

    

25November
2014

Still alive

Wir wollten euch nur kurz wissen lassen, dass wir noch am Leben sind und tolle Erfahrungen bei unserem ersten Trampversuch gemacht haben.

Unser Race mit den beiden Französinnen begann in Agassiz. Mathilde und Pauline mussten keine Minute warten, bis sie von 2 jungen Mädels aufgesammelt wurden und auch uns hat schon nach 3 Minuten eine nette Frau bis Abbotsford mitgenommen. Dort standen wir dann nochmal 8 Minuten an der Straße bis ein junger Mann anhielt. Eigentlich war er auf dem Weg nach Vancouver. Unser Charme hat ihn allerdings dazu bewegt, uns direkt zum Fährterminal (30 Minuten Umweg) zu bringen, wo wir Mathilde und Pauline wiedergetroffen haben.

Die Fahrt auf der Fähre nach Vancouver Island war trotz schlechtem Wetter beeindruckend schön und wir haben sogar Robben gesehen.

Noch auf der Fähre haben wir unser Glück auf dem Autodeck versucht und einen netten Herrn gefunden, der sogar bereit war, uns alle vier mitzunehmen. So wurden direkt vor die Haustür unserer nächsten Farm gefahren, wo wir uns dann endgültig von unseren lieben französischen Freunden verabschieden mussten  

Wir hätten nie gedacht, dass sich so schnell eine Mitfahrgelegenheit findet und sind beide total begeistert von unserer ersten Hitchhike-Erfahrung. Man trifft neue Leute, führt nette Konversationen und wird meist direkt zum Ziel gefahren. Und dazu noch kostenlos  

Der neue Blog von unserer Farm folgt demnächst

Abschiedsselfie mit Fahrer    

24November
2014

Miellie Meadows

Hey Leuteee 

wir sind jetzt seit einer Woche auf Miellie Meadows und wollten euch noch kurz von hier berichten, bevor wir uns morgen schon wieder auf die Weierreise begeben.

Miellie Meadows ist ein ziemlich nobler Reitstall mit ca. 20 Pferden. Alles ist blitzeblank, es gibt ein Solarium für die Pferde, einen Innenwaschplatz mit beheiztem Wasser und sogar eine Dusche für die Reiter.

Wir haben uns hier mit Mathilde und Pauline, 2 Französinnen von Touchstone, wiedergetroffen. Zusammen wohnen wir in einem Apartment über dem Stall mit Blick auf die Reithalle. Miel, ihr Mann Claus und die beiden Söhne wohnen in einem RIESIGEN Haus gegenüber vom Stall. Zum Essen gehen wir entweder ins Haus, oder kochen uns etwas in unserer eigenen Küche.

Wir müssen hier 5 Stunden am Tag arbeiten. Um 8 gehts los. 3 mal in der Woche mussten wir morgens die Ställe misten. Ansonsten haben wir die Blumenbeete für den Winter vorbereitet, Beeren gepflückt, Koppeln abgemistet oder in der Küche geholfen.

Morgen werden wir das erste Mal unser Glück beim Trampen versuchen und hoffen, dass wir sicher in Vancouver ankommen. Von dort aus werden wir die Fähre nach Vancouver Island auf unsere nächste Farm nehmen.

Das Wohnhaus Der Stall   DreamteamNächtlicher Lichterglanz  

16November
2014

United States, Rauchfleisch und Gewehre

Am Montag waren wir mit Ken an der Grenze zu den United States, Washington. Die komplette Grenze entlang ist ein Streifen von Wald, Büschen, etc freigelegt und wird von Infrarotkameras und Grenzbehörden auf Pferden überwacht. Wenn man das nicht weiß, denkt man, man könne einfach so über die Grenze spazieren.
Die Rückfahrt war eine der schönsten Autofahrten seit wir in Kanada sind. Die Landschaft war einfach unglaublich: Rot leuchtende Blueberry Plantagen, gelbe Laubbäume, schneebedeckte Berge und mittendrin der Fraser River.

Tanja in Canada und Pauli in den United States  

Am Mittwoch haben wir unser eigenes Fleisch geräuchert.
Dazu haben wir Schweinerücken und Rind in dünne Scheiben geschnitten, gesalzen und in 3 verschiedene Soßoen eingelegt. Wir haben uns für Sweet Chilli, Teriyaki und Pfeffer entschieden. Das ganze musste dann eine Nacht im Kühlschrank verbringen, bevor wir es am nächsten Tag ins Smokehouse, gebracht haben. 24 Stunden später hatten wir leckeres, selbstgemachtes Räucherfleisch, das wir dann noch vekuumiert haben und nun mit auf unsere Reise nehmen können.

Schneiden......Einlegen......Räuchern... ...Fertig!

Heute waren wir in einer Kiesgrube schießen. Ken geht regelmäßig jagen und hat insgesamt 22 Waffen im Keller.
Angefangen haben wir mit einer 22 Winchester. WIr haben auf alte Dosen und Pappbecher geschossen und uns dabei garnicht mal so schlecht angestellt.
Dann haben wir die Shotgun und Kens 7 mm Jagdgewehr ausgepackt. Wir mussten darauf achten, dass wir richtig stehen und das Gewehr fest an unsere Schulter drücken, um nicht davon geblasen zu werden.
Einerseits hat uns das Schießen echt Spaß gemacht, aber andererseits war es schon irgendwie beängstigend, zu wissen, dass man damit auch einfach mal kurz einen Menschen umbringen könnte. Jetzt haben wir definitiv eine klarere Vorstellung, was für einen Schaden so eine Waffe anrichten kann. Aber es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert. 

 Gepacktes Auto Schussobjekt Pizzakarton

 

Wir haben hier auf jeden Fall eine Menge erlebt! Die 2 1/2 Wochen haben jetzt aber trotzdem gereicht, da es hier nicht all zu viel zu tun gibt und es so langsam etwas langweilig wird.
Am Montag geht es dann 30 km weiter Richtung Westen auf unsere nächste Farm.

Hier noch ein paar letzte Bilder von unsere Zeit auf Bristol Island:

Tomatentraum Apfelchips-Production-Kette Deutsche Kässpätzle mit SchnitzelUnsere nächtlichen Besucher 10 Meter von der Haustüre entfernt        

12November
2014

Kettle Valley Trail

Am Freitag waren wir im Coquihalla Canyon Provincial Park und sind dort den Kettle Valley Trail gelaufen. Dieser Trail führt auf der ehemaligen Kettle Valley Railroad, einer alten Zugstrecke, durch insgesamt 5 Tunnel und überquert dabei 2 mal den Coquihalla River.

Zu dieser Jahreszeit ist der Park eigentlich schon geschlossen und so mussten wir über Eisengitter klettern und durch riesige Pfützen waten, um zu den Tunnels zu gelangen.
Die Tunnels führen durch eine riesige Schlucht, durch die sich der reißende Coquihalla River schlängelt. Das ganze war echt imposant und schon fast einschüchternd. In den Tunnels war es stockdunkel, Wasser ist von der Decke getropft und man hat nur das laute Rauschen des Flusses gehört. Umgeben von riesigen Felswänden und mit diesen unglaublichen Wassermengen unter einem hat man sich schon ziemlich verloren und hilflos gefühlt.

05November
2014

Bristol Island

Hallo allerseits!

Unsere neue Gastfamilie besteht aus dem Ehepaar Ken und Darlene, die 2 Stunden östlich von Vancouver auf der Bristol Island im Fraser River in Hope ihre kleine Hobbyfarm betreiben. Ken und Darlene sind beide Anfang 60 und bieten ein Heim für 2 Hunde, Katzen, Hühner und 5 Pferde, die hier ihr Gnadenbrot bekommen und leider nicht mehr geritten werden können.

Wir haben hier keine festen Arbeitszeiten. Die einzigen 2 Pflichten sind morgens die Tiere zu füttern, die Pferde rauszubringen und die Ställe zu misten und abends die Pferde wieder reinzubringen und nochmal zu füttern. Die weitere Arbeit dürfen wir uns selber aussuchen. Darlene arbeitet unter der Woche den ganzen Tag und Ken ist oft in der Stadt unterwegs, was das ganze hier ziemlich entspannt macht. Wenn wir mal nicht unser Leben chillen, vergnügen wir uns im riesigen Gemüsegarten, rechen Laub, backen oder putzen.

Nach unserer letzten Farm, auf der immer was los war, ist das hier ein ganz schöner Gegensatz. Wir langweilen uns recht oft und müssen uns erst wieder an die Ruhe gewöhnen. Das ist allerdings garnicht so einfach. Die ersten Tage hatten wir noch Gesellschaft von 2 Jungs aus Hamburg, die gestern leider abgereist sind. Somit sind wir nun wieder allein.

Man merkt hier einen riesigen Unterschied zu dem Klima unserer letzten Station. Dort war es zwar schon ziemlich kalt, aber dafür war es eine recht trockene Kälte. Hier ist es immer noch relativ warm und wir können noch im Pulli draußen herummarschieren. Das Tal wird allerdings von riesigen Bergen eingerahmt, sodass es ziemlich viel regnet und die Luft viel feuchter ist. Die Wolken hängen in den Bergen fest und stehen oft fast schon auf dem Boden, was echt irre aussieht.

Das Haus Der Stall Die Koppeln Smoking meat Bowen Hinter unserem Haus  

Am Sonntag waren wir mit den beiden deutschen Jungs wandern. Wir haben 500 Höhenmeter erklommen, was anstrengender war als gedacht. Der Weg ging durch Nadel- und Laubwald, wobei es eher an einen Regenwald erinnert hat. Alles war leuchtend grün und mit Moos überwachsen und die Bäume waren einfach riesig.Teilweise mussten wir schon fast Felsen hochklettern, was bei dem rutschigen Untergund garnicht so einfach war. Letztlich hat sich der Ausblick auf Hope und das Fraser Valley aber doch ziemlich gelohnt. 

02November
2014

Goodbye Touchstone

Und hier die Fortsetzung der letzten Tage auf Touchstone:

Wir haben während unserem Aufenthalt auf Touchstone auch die dunkle Seite der Pferde kennengelernt.
Tanja wurde von einem Pferd mit den Hinterhufen mit solcher Wucht an die Schulter getreten, dass sie mit einem lautem Aufschrei zu Boden stürzte und noch Tage später ihren Arm nicht bewegen konnte. Einen Tag später wurde ein anderer Wwoofer vom selben Pferd getreten.
Pauli hat den Rodeoritt auf einem der jungen Pferde leider verloren und ist in hohem Bogen in Form eines Rückwärtssaltos im Dreck gelandet. Es ist aber zum Glück nichts schwerwiegendes passiert.

Am Sonntag war großes Kürbisschnitzen. Jeder hat sich größte Mühe gegeben, das kreativste Gesicht zu kreieren. Vom Harry Potter über Gehirntumorkürbis bis hin zur sexy Katze gab es einfach alles. Wir hatten auf jeden Fall großen Spaß und haben uns gleich 10 Jahre jünger gefühlt. Die Halloweenparty haben wir auf Montag vorverlegt, da am Dienstag 6 Wwoofer abgereist sind, und wir noch alle zusammen feiern wollten. Jeder hat sich verkleidet und dann ging es ab auf die Tanzfläche (Wohnzimmer). Zur Musik aus den 80ern wurde die ganze Nacht ausgiebig getanzt und gefeiert. Sogar die 93-jährige Mavis hate sich als "Traveler" verkleidet und hat sich zu uns gesellt, um unsere Kürbisse zu bewerten und mit uns zu feiern.

Die Anzahl der Wwoofer hatte sich mittlerweile auf 17 maximiert, was die Kapazität der Betten, des warmen Wassers und des Internets sprengte. Wir mussten neue Betten arrangieren, kalte Duschen in Kauf nehmen und ohne Internet leben (was wir ehrlich gesagt echt genossen haben). Eine andere Challenge war das Kochen. Für so viele Leute gingen dann mal schnell 50 (!!!!!) Eier für ein Abendessen drauf.

Mittlerweile hatten wir auch schon unseren Schnee, wovon leider nichts liegen geblieben ist. Die letzten Wochen wurde es ziemlich kalt, morgens war alles gefroren und wir sind eingepackt in Schneehose und Daunenjacke zum Stall marschiert.

Der Abschied von Touchstone ist uns bisher mit Abstand am schwersten gefallen.  Das Geheule hat schon 3 Tage vorher angefangen und bis heute noch kein Ende genommen. Es war einfach schrecklich und wir würden am liebsten wieder zurück. Dagegen war der Abschied in Deutschland nur halb so schlimm.

Gestern sind wir gut auf unserer nächsten Farm in Hope, 3 Stunden von Vancouver, angekommen (neuer Blog folgt demnächst). Die Leute hier sind total nett, aber trotzdem vermissen wir einfach alles an Touchstone. 

Sonne genießen Nordlichter Abendliche Spielerunde Täglicher SonnenaufgangAbschied unserer liebsten FranzosenWurstpartyNachbarnKanadisches Arbeitslager Weit und breit nichts außer Felder und Wiese Hartes Training mit PauliHerde mit 90 Pferden Erster Galopp mit der 5jährigen Extrastellar Beautiful northern alberta

31Oktober
2014

Kill the sheep

Wir hatten die letzten Tage kein Internet mehr, deswegen bekommt ihr nun eine etwas größere Portion  News als sonst.

Letzte Woche haben wir Sam dabei geholfen, ein Schaf zu schlachten.
Als das Team "kill the sheep" losmarschiert ist, haben wir uns gefühlt, als würden wir in den Krieg ziehen.
Zunächst haben wir zu neunt eine Stunde damit verbracht, das Schaf zu fangen. Als wir es dann endlich hatten, haben wir es in eine Hundetransportbox verfrachtet und hinter die Reithalle gefahren.
Dort hat Sam ihm die Kehle aufgeschnitten und den Kopf abgetrennt. Dann wurde die Zunge herausgeschnitten und die Beine abgebrochen. Das hat vielleicht laut geknackt. Zum Schluss wurde die Haut abgetrennt, der Bauch aufgeschnitten und die Eingeweide entfernt.
Pauli hat nur zugeschaut und ab und zu mal Hand angelegt (die Lunge ist sooo weich), während Tanja sich köstlich mit dem Messer amüsiert hat. Sie hat beim Häuten geholfen und danach mit voller Begeisterung die Augen rausgeschnitten und den Schädel mit dem Hammer zertrümmert, um anschließend das Gehirn herauszuholen.

 

Als es dann ein paar Tage später darum ging, ein Pferd zu schlachten, sah die Sache allerdings schon etwas anders aus. Das Schaf hatte uns beiden emotional überhaupt nichts ausgemacht und somit dachten wir, dass wir auch mit dem Pferd nicht groß ein Problem hätten. Bei dieser Überlegung hatten wir aber wohl eine rosarote Brille auf. Als Sam die Waffe zum Schuss angesetzt hat, mussten wir uns regelrecht dazu zwingen, nicht wegzuschauen. Wenige Sekunden später ist das Pferd in sich zusammengebrochen und das war alles andere als schön mit anzusehen. Das war dann doch schon zu viel für den ein oder anderen Tierliebhaber.
Als die Kehle aufgeschnitten wurde, kam das Blut aus den Venen gespritzt wie aus einem Wasserschlauch. Die Blutlache war noch Tage später zu sehen.

   

Der schlimmste Part ist mit Abstand das umbringen. Wenn Die Haut und alles mal weg ist, ist es eben doch nur noch ein Stück Fleisch. Tanja hat auch ohne Probleme dabei geholfen, das Fleisch zu schneiden und für die Gefriertruhe vorzubereiten. Abends gab es dann frischen Pferdeburger.

Die Sitten, wie man hier mit Fleisch umgeht, sind trotzdem noch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Eingeweide lagen zur Freude der Hunde tagelang vor dem Stall herum, wenn man über den Hof läuft, stolpert man einfach mal über ein Bein oder über einen Pferdekopf, wenn man in die Garage läuft, trifft man auf ein totes Schaf und ein Blick aus dem Fenster beschert einem eine wunderschöne Sicht auf ein totes Pferd, dass an einer Eisenkette am Traktor hängt.

          

14Oktober
2014

Thanksgiving und so

Vorgestern haben wir unser erstes Thanksgiving gefeiert. Das eigentliche Thanksgiving ist montags, aber wir hatten unser traditionelles Thanksgiving Dinner schon am Sonntag.

Thanksgiving gilt hier in Kanada als das wichtigste Fest im Jahr und wird sogar größer als Weihnachten gefeiert. So war das Haus über das Wochenende vollgestopft mit Familie, Freunden und Hunden, was zum Teil ziemlich anstrengend, aber andererseits auch echt cool war. Wir waren insgesamt 30 Leute und so ziemlich jedes Sofa in diesem Haus wurde zu einem Bett umfunktioniert.

Den ganzen Sonntag standen wir in der Küche und haben das Festmahl vorbereitet, was allerdings nicht so ganz geklappt hat: der wichtigste Teil des Dinners war erst um Mitternacht fertig, der Truthan. Das war wohl der Witz des Abends. Wir mussten aber zum Glück trotzdem nicht hungern. Es gab Lamm und Schinken, Corn Bread, Kartoffelbrei, Gemüse, Süßkartoffeln und und und. Zum Dessert gab es Pumpkin Pie und viele verschiedene Squares. 

Manch Wwoofer hat bis in die frühen Morgenstunden gefestet und war am nächsten Morgen leider nicht in der Lage zu arbeiten und hat den Vormittag mit einer großen Flasche Wasser im Bett verbracht.

Den Truthan gab es dann gestern in Form eines leckeren Truthahnsandwiches.

Big Turkey  

  

Wir haben versucht, unseren Flug von Vancouver nach Edmonton umzubuchen. American Airlines hat uns nach ewigem hin- und hertelefonieren allerdings einen Strich durch die Rechnung gezogen. Es würde uns 200 Dollar pro Person kosten, das Datum unseres Flugs zu ändern. Das ist uns dann doch etwas zu viel. Jetzt suchen wir nach einer anderen Lösung.

Außerdem hat uns unsere übernächste Farm eine Email geschrieben, dass sie uns aufgrund von Krankheit leider absagen müssen. Das heißt, wir müssen uns jetzt auch noch um eine neue Farm kümmern.

Und es gibt noch mehr Neuigkeiten: Wir essen jetzt nämlich Pferdefleisch! Anfangs waren wir beide total schockiert, dass sie hier ihre eigenen Pferde essen und haben bei jedem Essen sichergestellt, was für ein Tier sich auf unserem Teller befindet. Wenn es Pferd war, haben wir auf das Fleisch verzichtet. Nach einer langen und ausführlichen Diskussion mit Wendy haben wir unsere Meinung allerdings geändert. Pferdefleisch ist besser, umso älter das Pferd war und die Pferde hier hatten ein wunderschönes und langes Leben auf riesigen Koppeln. Darum haben wir auch kein schlechtes Gewissen, sie am Ende ihres Lebens zu essen. Wir wissen schließlich nicht, welches Pferd wir auf dem Teller haben.

Abschied von Louise Haare schneiden mit der Nagelschere Vincent und Victor wässern die Reithalle Pauli auf dem Dach Team Touchstone Operation Bad

06Oktober
2014

Touchstone Farm

Seit 2 1/2 Wochen sind wir jetzt schon auf der Touchstone Farm bei Mayerthorpe 2 Stunden nordwestlich von Edmontom.

Wendy (65) und ihr Bruder Chris (68) betreiben hier einen Zucht- und Trainingsstall für Warmblutpferde. Am anderen Ende der Farm lebt Wendys und Chris Bruder Ken mit seiner Frau Anna und ihren beiden kleinen Söhnen. Dort halten sie 2 Milchkühen, Hühner und eine Herde Schafe und Ziegen für Fleisch. Kens dritter Sohn Sam (25) pendelt zwischen Ken's Place und Touchstone hin und her und hilft mal hier mal da.

Wir hatten einen wunderschönen Barbiestall wie im Bilderbuch erwartet und waren dementsprechend enttäuscht, als wir hier ankamen. Eine mit Schlaglöchern übersähet Schotterpiste führt vorbei an matschigen Koppeln und einem alten Stall zum Haupthaus. Das Haupthaus ähnelt allerdings auch eher einem Stall. Ein Sturm hat die Fenster eingeschlagen, die Holzwände haben Löcher und die Sauberkeit in Küche und Bad lässt auch ziemlich zu wünschen übrig. Auf dem Gelände verteilt stehen ungefähr 30 steinalte, total kaputte Autos und 20 Fahrräder, bei denen schon alle möglichen Teile fehlen. In Deutschland wäre sowas schon längst verschrottet worden, aber hier trägt es den Titel Ersatzteillager. Die Wwoofer leben in Cabins, die im Umkreis von 30 Meter um das Haupthaus verteilt sind.

Für uns war es ganz klar ein Ding der Unmöglichkeit, 6 Wochen an diesem heruntergekommenen, dreckigen Ort zu verbringen und so schauten wir schon am ersten Abend nach Alternativen, wie wir schnellstmöglich auf eine andere Farm kommen. 

Mittlerweile gefällt es uns hier allerdings so gut, dass wir versuchen, unseren Flug zu verschieben, um länger hier bleiben zu können. Wir haben uns daran gewöhnt, dass manchmal einfach ein Loch in den Boden bricht, wenn man durch das Haus läuft und die Atmosphäre hier ist einfach unbeschreiblich! Wir sind hier um die 10 Wwoofer (hauptsächlich Franzosen ) und sind in den letzten 3 Wochen zu einem wahren Team zusammengewachsen. Abends spielen wir noch Karten, schauen einen Film oder sitzen einfach nur im Wohnzimmer vor dem Kamin und reden. Es ist echt cool, mit so vielen Leuten beim Essen die heißesten News zu diskutieren und auch die Arbeit macht gleich tausend mal mehr Spaß. Selbst aus dem langweiligsten Job wird ein einmaliges Erlebnis gemacht und es gibt immer was zu lachen. Auf jeden Fall genießen wir genießen hier die Zeit unseres Lebens!

Ein Arbeitstag sieht folgendermaßen aus: Jeder macht sein eigenes Frühstück, sodass er um 8 Uhr startklar ist. Der Tag beginnt mit Chores. Von 8 bis 10 Uhr werden Pferde gefüttert und bewegt, Ställe gemistet und Wassereimer gefüllt. Ungefähr 30 Pferde sind auf Paddocks um dem Stall verteilt und müssen täglich versorgt werden. Der Rest der 200 Pferde ist in verschiedenen Herden auf riesige Koppeln verteilt. Nach Chores gibt uns Chris einen Job, dem wir bis zum Mittagessen um 12 Uhr nachgehen. Das kann zum Beispiel Zäune bauen, Holz oder Heu machen, alle möglichen Dinge reparieren, aber auch Gemüse ernten, Pferde trainieren oder Herden vom einer auf die andere Koppel bringen sein. Von 12 bis 14 Uhr haben wir dann Mittagspause. Danach geht es mit einem Job von Chris weiter bis wir um 16 Uhr nochmal 2 Stunden Chores machen und die Pferde ins Bett bringen. Zwischen 18 und 19 Uhr (manchmal auch erst um 20 Uhr ) gibt es Abendessen.

Unsere Kanadischer Baustil Nette Frise Tanja and french Mathilde playing Volleyball with freaking dog Pferde im Garten zum RasenmähenVerfolgungsjagd

 

 

18Sept
2014

Träumchen

Am Samstag waren wir mit Susan bei den Thompson Falls. Die Wasserfälle waren ziemlich beeindruckend, aber leider etwas schwierig zu fotografieren. Mit der Zeit schleift das vorbeiströmenden Wasser die Steine immer mehr ab, was echt irre aussieht. 

Wer sieht die drei Bärenköpfe?

Am Dienstag waren wir mit Maurizio Kanu fahren. Der See lag total schön und weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Mittags haben wir auf einer kleinen Insel gepicknickt und bei einem kalten Bier die Sonne genossen. Ein Traum!

Kinbasket Lake Unser Picknickplatz

12Sept
2014

Willkommen in den Rocky Mountains

Gestern waren wir mit Maurizio und Kelly im Yoho Nationalpark.

Das Wetter hat die letzten Tage ziemlich umgeschlagen. Innerhalb von 2 Tagen von 30 Grad zu -2 Grad, sodass wir uns das erste mal in den 8 Wochen hier richtig warm einpacken mussten.

Bei den Takakkaw Falls, einem der höchsten Wasserfälle Nordamerikas, sind wir dort hochgeklettert, wo im Frühjahr der Wasserfall herunterstürzt, wenn er mehr Wasser hat. Von dort aus hatte man eine super schöne Aussicht.

Am Emerald Lake sah es aus wie gemalt. Blaues Wasser, grüne Wälder und im Hintergrund schneebedeckte Berge. Wir kamen uns echt vor wie im Paradies. Dort haben wir uns dann in die Sonne gesetzt, gepicknickt und Bier getrunken.

Danach sind wir noch zur Natural Bridge gefahren. Das ist eine natürliche Brücke aus Felsen, was ziemlich beeindruckend wirkte.

Wapta FallsTakakkaw falls Emerald LakeEbenso Natural bridge

10Sept
2014

Il Nido Country Inn

Hallo ihr Lieben!

Seit Donnerstag sind wir jetzt schon auf unserer dritten Farm. Hier leben wir bei Susan und Maurizio, die sich mitten in den Rocky Mountains ein wunderschönes Bed & Breakfast aufgebaut haben. Außerdem leben hier noch der Katzenopa Micio, Kelly, ein junger, total süßer und freundlicher Retriever, und 15 Hühner, die uns jeden Tag mit frischen Eiern beglücken.

Wir arbeiten hier in der Regel 6 Stunden am Tag und haben 2 Tage die Woche frei. Zu unseren Aufgaben gehören Wäsche machen, die Zimmer für die Gäste richten, in der Küche helfen, Holz machen und sonstige Arbeiten im Haus und im Garten. Normalerweise beginnt unser Tag gegen 9. Je nach dem, wie viele Gäste wir gerade haben, mal früher, mal später.

Wenn alle Zimmer voll ausgebucht sind, gibt es hier Platz für insgesamt 12 Gäste. Dann kann es schon mal ziemlich stressig werden.

Hier stimmt einfach alles. Susan und Maurizio sind total lieb und wir verstehen uns echt super gut mit ihnen. Susan ist ein Meisterkoch und zaubert uns jeden Tag ein wahres Festmahl auf den Tisch. Schon das Frühstück übertrifft jegliche Dimension des Erfassbaren.
Wir haben beide ein eigenes Zimmer mit einem 2 Meter Bett, es gibt eine Sauna und einen überdachten Whirlpool im Freien.
Die Landschaft ist ein Augenschmaus und nicht selten sieht man einen Bären durch den Garten spazieren. Der Tierwelt hier sind wirklich keine Grenzen gesetzt. Vom Schwarz- oder Grizzlybären über Elche, Rehe und Hirsche kann man bis hin zu Wölfen oder sogar Pumas echt alles sehen.

Auch wenn wir hier mitten in der Wildnis leben, fühlt man sich lange nicht so isoliert wie bei Caroline und Rob. Susans Sohn und seine Kumpels schauen regelmäßig vorbei, man macht mal einen Abstecher zum "Nachbar" und schaut, was dort gerade so getrieben wird, oder lädt sich spontan zum Abendessen ein. 
Und auch die Arbeit hier macht viel mehr Spaß als bei Caroline und Rob. Wir kriegen keine Liste auf den Tisch geknallt, die wir abarbeiten sollen, sondern arbeiten mit Maurizio und Susan zusammen. Wir fühlen uns hier kein bisschen wie Arbeiter, sondern wie ein Teil der Familie, wo man sich gerne gegenseitig hilft. 

Am Samstag waren wir zusammen mit Maurizio und Kelly an einem See (mehr oder weniger freiwillig ) baden. Es war einfach nur eiskalt, aber jetzt können wir wenigstens sagen, dass wir schon mal in den Rocky Mountains in einen See gesprungen sind!
Am Sonntag haben wir uns die Fahrräder geschnappt und sind zum Fluss gefahren. Das Wasser dort sah aus, als hätte jemand Farbe hineingeschüttet. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, für ein kurzes Beweisfoto in das 3 Grad kalte, türkisblaue Wasser zu springen. Es war so kalt, dass einem richtig die Füße wehgetan haben.

Wir grüßen euch aus den wunderschönen Rockys und halten euch auf dem Laufenden! 

Il Nido Country InnKellybaby

   

        

06Sept
2014

In love with Toronto

Die letzte Etappe unserer Städtetour war Toronto. Obwohl wir beide nicht mehr so viel Lust hatten, noch eine weitere Stadt anzuschauen, konnten wir uns doch noch sehr für Toronto begeistern. Unser Hostel war ein wahrer Volltreffer! Wir hatten eine super schöne Dachterasse mit Blick auf die Skyline von Toronto und eine Straße weiter lag der Kensington Market. Das ist ein Art Alternativviertel mit außergewöhnlichen Läden, bunten, angesprühten Häusern und vielen Ständen, wo Obst, Gemüse, Gewürze und getrocknete Früchte verkauft werden. Wirklich total cool!

Außerdem liegt Toronto am Lake Ontario und  es hat uns nur eine kurze Fährenfahrt gekostet, um zu den ruhigen Toronto Islands zu gelangen. Auf der Insel fahren keine Autos und es ist eigentlich wie ein riesiger Park mit Sandstränden. Dort fühlt man sich echt wie am Meer, weil der See so riesig ist, dass man das andere Ufer nicht sehen kann.

Es gibt tausend Straßen mit vielen Restaurants, Bars, Läden und Märkten. Mit jedem Tag dort hat es uns besser gefallen und am Schluss wollten wir garnicht mehr gehen. Die Stadt ist wirklich ein Traum und hat uns hier bisher mit Abstand am besten gefallen.

CN TowerToronto Island EbensoKensington MarketKensington Market

04Sept
2014

Niagarafälle

Da die Niagarafälle direkt auf dem Weg von New York nach Toronto liegen, haben wir dort einen Stop eingelegt, um uns die berühmten Wasserfälle anzuschauen.

Wir hatten keine großen Erwartungen, da wir von vielen Reisenden schon gehört hatten, dass die Niagarafälle total touristisch und nicht wirklich sehenswert seien. Glücklicherweise waren wir nach einer Nacht im Bus mit sehr wenig Schlaf am Montag aber schon relativ früh dort, sodass es noch noch ziemlich ruhig war.

Wenn man die Touristen und die nicht so schöne Umgebung ausblendet, sind die Niagarafälle mit den riesigen Wassermengen, die dort hinunterstürzen, schon sehr beeindruckend. Später sind wir dann mit dem Bus in das 40 Minuten entfernte Niagara-on-the-Lake gefahren, wo es zum Glück nicht so touristisch war. Der kleine Ort liegt am Lake Ontario und gilt als eine der schönsten Gemeinden Kanadas. Auf dem Weg zurück haben wir noch am "Whirlpool" gehalten. Hier ändert sich die Flussrichtung des Niagaraflusses um 90 Grad, sodass ein wirbelförmiges Becken entsteht. Dieser Whirlpool gilt als einer der gefährlichsten Stromschnellen der Welt.

Lake Ontario Niagara in the Lake Whirpool

03Sept
2014

New York

Von Donnerstag auf Freitag sind wir mit dem Bus von Montreal nach New York gefahren. Das waren nur 7 Stunden Fahrt.

Am ersten Tag haben wir uns Midtown Manhatten angeschaut, sind durch den Central Park geschlendert und dann durch Upper Westside am River entlang zurück zum Hostel gelaufen. Auf der Karte sah die Route eigentlich ganz beschaulich aus, aber irgendwie waren wir trotzdem den ganzen Tag unterwegs. Die Midtown ist mit ihren riesigen Wolkenkratzern schon echt gewaltig und man fühlt sich wie ein Zwerg, wenn man durch die Straßen läuft.

Flatiron Building Times Square Empire State Building Central Park Wolkenkratzer in Midtown Manhatten

Am Samstag haben wir die kleineren Viertel Soho, Greenwich Village und East Village erkundet. Hier sind die Gebäude schon nicht mehr ganz so groß und es gibt viele schöne Märkte und Galerien. In Little Italy wären wir am liebsten in jedes Restaurant eingekehrt. Überall gab es lecker Pizza, Nudeln und Eis, aber unser Tagesbudget war leider schon aufgebraucht (wobei wir uns daran eigentlich schon seit dem zweiten Tag unserer Städtetour nicht mehr halten ). Wie in allen Städten gibt es auch in New York Chinatown. Die chinesischen Schriftzeichen und die kunterbunt blinkenden, vollgestopften Läden fanden wir jetzt allerdings nicht so spannend. Danach ging es über die völlig touristenüberfüllte Brooklyn Bridge nach Brooklyn. Dort haben wir erstmal Birnen aus einem Vorgarten geklaut (zum Glück wurden wir nicht von der Mauer geschossen ). Nach Brooklyn haben wir uns noch Lower Manhatten mit dem World Trade Center und dem Financial District angeschaut. Wo die ehemaligen Zwillingstürme standen, sind heute 2 gewaltige Pools als Gedenkstätte. Am Poolrand sind die Namen der Opfer eingraviert. Die Wall Street haben wir uns irgendwie etwas spektakulärer vorgestellt. Abends sind wir noch auf den Rockefeller gefahren und haben uns New York von oben angeschaut. Von oben hat man die Größe des Central Parks erst richtig wahrgenommen. Der Times Square bei Nacht ist einfach nur absurd. Dort war es einfach taghell, obwohl die Sonne schon längst untergegangen war und so viele Touristen, Straßenkünstler und nackte Menschen auf einem Haufen haben wir wirklich noch nie gesehen.

Greenwich Village Soho Little Italy Brooklyn Bridge Ground Zero - Gedenkstätte der Zwillingstürme  Financial District Central Park von oben Empire State Building bei Nacht Massentourismus auf dem Times Square

Sonntags sind wir nochmal zum Hafen gelaufen und haben dort die Staten Island Ferry genommen. Die Fähre ist kostenlos und fährt diekt an der Freiheitsstatue vorbei. Außerdem hat man vom Wasser aus einen super Blick auf die Skyline von Manhatten. Danach sind wir entgegen aller Warnungen nach Harlem gefahren. Man hat sich gefühlt, als wäre man in einer anderen Stadt und war ausschließlich von Dunkelhäutigen umgeben. Wir haben uns auf jeden Fall alles andere als sicher gefühlt und haben uns so schnell wie wir konnten wieder auf den Weg Richtung Midtown gemacht. Trotzdem war es interessant, auch mal die andere Seite New Yorks zu sehen. Zurück zum Hostel sind wir dann durch den High Line Park gelaufen. Das ist eine 2,3 km lange ehemalige Hochbahnstraße mitten durch Chelsea, die zu einer Parkanlage umgebaut wurde. Das war wirklich sehr schön.

 

High Line Park

Da wir zu geizig waren, die UBahn zu nehmen, haben wir so gut wie alles zu Fuß erkundet, was wir nach den 3 Tagen allerdings ganz schön zu spüren bekommen haben  (nicht zu vergessen, dass wir auch Montreal und Quebec schon nur zu Fuß angeschaut haben).     

Es war auf jeden Fall cool, mal einen Eindruck von New York zu bekommen, aber uns persönlich war das alles dann doch zu groß und zu laut. Die 3 Tage dort waren perfekt, aber jetzt sind wir froh, wieder in Kanada zu sein. 

27August
2014

Montreal und Quebec

Unser Hostel in Montreal war leider mehr als unterirdisch. Das Zimmer lag im dunkelsten Keller eines Wohnhauses und es war so eng, dass wir mit Rucksäcken und Klamotten im Bett schlafen mussten, weil es einfach keinen Platz gab, sein Gepäck irgendwo zu verstauen. Dazu war es noch total dreckig. Aber wir waren ja zum Glück nur zum schlafen dort und so hat es sich dann doch einigermaßen aushalten lassen.

Am Samstag haben wir Montreal zu Fuß erkundet und so einiges gesehen. Besonders die Basilique Notre-Dame de Montreal hat uns echt beeindruckt! 

Am Sonntag haben wir den Mont Royal erklommen. Der 233 Meter hohe Höhenzug ist der Namensgeber der Stadt. Klingt jetzt nicht so anstrengend, aber bei der Sonne waren wir beide klitschnass, als wir oben ankamen. Das Schwitzen hat sich allerdings gelohnt, denn von oben hatte man eine wunderschöne Aussicht auf ganz Montreal. Danach haben wir uns noch das Oratoire Saint-Joseph du Mont-Royal, ein berühmtes Pilgerziel, angeschaut. Die Kirche ist wirklich sehr imposant!

Am Montag sind wir zum etwas außerhalb gelegene Olympiastadion und dem Jardin Botanique de Montreal, einem der schönsten botanischen Gärten der Welt, gefahren. Der Garten ist einfach riesig groß und wirklich richtig schön. Abends sind wir mit dem Bus nochmal auf den Mont Royal hoch, um uns die Stadt bei Nacht anzuschauen.

Oratoire Saint JosephOlympiastadion Botanischer GartenAm Hafen von Montreal Basilika Montreal

Am Dienstag morgen um 6 ging es dann mit dem Zug weiter nach Quebec, wo uns ein super süßes Hostel mitten in der Altstadt erwartete. Quebec ist die einzige Stadt in Nordamerika mit einem Altstadtkern und man fühlt sich zusammen mit der französischen Sprache ein bisschen wie in Frankreich. Die Altstadt, auch Oberstadt genannt, liegt etwas erhöht und ist von einer Stadtmauer umgeben.

Hier steht eines der meist fotografiertesten Hotels der Welt. Das Château Frontenac ist einfach unglaublich und sieht aus wie ein Schloss. Außer dem Regierungsgebäude und der Zitadelle gibt es hier sonst keine großen Sehenswürdigkeiten. Es tut aber auch mal ganz gut, etwas Zeit zu haben, um gemütlich durch die schönen Gassen zu schlendern oder sich in einen der vielen Parks zu legen und ein Buch zu lesen.

  Mini Elektrobus Stadttor von Vieux QuebecChâteau Frontenac

Morgen Abend geht es dann auch schon wieder weiter nach New York, wo wir nach dem süßen  Quebec wahrscheinlich etwas erschlagen werden. 

Bis die Tage!

Pauli und Tanja    

22August
2014

Ein letzter Gruß aus Nova Scotia

Hi Freunde,

bevor es heute Abend weiter nach Montreal geht, hier noch ein paar letzte Eindrücke von unserer Arbeit bei Caroline und Rob.

Obwohl wir hier viel Spaß hatten, sind wir nicht traurig, dass die 2 Wochen nun vorbei sind. Unser Verhältnis zu Caroline und Rob war nicht gerade das innigste und wir haben uns gegen Ende einfach nicht mehr so wohl gefühlt. Jetzt freuen wir uns auf 2 Wochen "Urlaub", wo wir mal wieder machen können, was wir wollen und von niemandem abhängig sind.

Eure Tanja und Pauli

Pancakebär zum Frühstück Wohl der langweiligste Job dieser Welt Seifen Paar kleine Zucchinis geerntet Scheißarbeit 

 

19August
2014

Halifax und Bay of Fundy

Hallo liebe Leute,

Auch wenn wir hier ziemlich viel arbeiten müssen und bisher kein einziges Mal ausschlafen durften, haben wir doch ein bisschen was von Nova Scotia gesehen.

Letzten Donnerstag waren wir den ganzen Tag in Halifax und haben uns ein bisschen die Stadt angeschaut. Ist nicht die größte und sehenswerteste Stadt, aber für einen Tag war es doch ganz nett und wir haben ein paar echt schöne Ecken entdeckt. Außerdem haben wir dort die beiden anderen deutschen Wwoofer getroffen, die wir schon in Neufundland kennengelernt habe. Es tat wirklich gut, mal wieder Menschen und Zivilisation um sich rum zu haben, da wir hier auf der Farm doch sehr abgeschottet sind. Außerdem haben wir mittags bei einem mega leckeren Italiener gegessen und alleine dafür hat es sich schon gelohnt, nach Halifax zu gehen .

Am Sonntag sind wir mittags zusammen mit Rob zur Bay of Fundy gefahren. Die Bay of Fundy liegt zwischen den kanadischen Provinzen Nova Scotia und New Brunswick am Golf von Maine im Atlantik. Dort wurde der höchste Tidenhub der Welt von bis zu 21 Meter gemessen. Wir waren bei Ebbe dort und es war wirklich beeindruckend, dort auf dem Meeresboden herum zu spazieren und die Bucht ohne Wasser zu sehen.

Wahrzeichen von Halifax Public Gardens Am Hafen von Halifax Da fühlt man sich fast wie in England Bay of Fundy

15August
2014

Mud Sliding

20 Minuten von uns entfernt fließt der Shubenacadie River, der größte Fluss Nova Scotias. Zweimal am Tag steigt hier das Wasser innerhalb von 3,5 Stunden 17 Meter an. Eine solche Gezeitenwelle gibt es nur an wenigen Stellen weltweit. Bei Ebbe ist das ganze Flussbett ein einziges Matschparadis und man kann sich darin mit Mud Sliding vergnügen. Dabei füllt man einen Eimer Wasser, versucht irgendwie den Hang des Flussbetts hochzuklettern ohne auszurutschen, schüttet den Eimer Wasser in eine der "Rutschen" und rutscht dann hinterher. Hört sich jetzt nicht so spektakulär an, aber das ist echt cool! Der Matsch wird so krank schnell und ist aber so weich wie Watte. Wir waren total begeistert und wollten garnicht mehr raus aus dem Gesuhle  Nur das duschen danach war nicht so cool...

Der Shubenacadie River bei Ebbe Schlammschlacht

13August
2014

Rocaro Alpacas

Seit letztem Donnerstag sind wir jetzt schon auf unserer zweiten Farm hier in Nova Scotia. Caroline und Rob leben mitten in der Pampa 1 Stunde von Halifax. Wir sind hier echt abgeschieden von jeglicher Zivilisation. Egal in welche Richtung man fährt, fährt man erstmal eine halbe Stunde ohne eine Menschenseele oder einen Ort zu sehen.

Demmentsprechend groß ist auch das Grundstück. 49 Hektar mit eigenem See, Wald, Gemüsebeeten, riesigen Koppeln und 2 Ställen. Caroline und Rob züchten nämlich Alpacas. Die Wolle wird zu Socken, Decken, Mützen usw. verarbeitet und dann verkauft. Und ab und zu wird auch ein Alpaca verkauft oder geschlachtet. Die Alpacas haben wir uns allerdings etwas zahmer vorgestellt. Es gibt gerade mal eins, das freiwillig herkommt und sich streicheln lässt. Alpacas sind sooo flauschig!! 

Rob arbeitet unter der Woche in Halifax und Caroline arbeitet ab und zu in einer kleinen Post. Somit sind wir die meiste Zeit mit Caroline allein auf der Farm.

Unser Tag fängt morgens um 8 mit Tiere füttern und Stall ausmisten an. Danach machen wir entweder Holz (das hassen wir aber über alles ), jäten Unkraut, sammeln Äpfel, mähen Rasen, backen Brot und Kekse für den Markt oder machen Seife. Am Wochenende haben wir Männlein und Weiblein zusammengeführt, um Babys zu machen hrhr . Als wir die Jungs am Sonntag dann wieder in ihren Stall zurük bringen wollten, fand das einer allerdings ganz besonders blöd. Er ist mehrfach unter mehreren Zäunen unten durch ausgebrochen und zurück zu den Mädels gerannt, sodass wir den halben Abend mit Alpaca fangen verbracht haben. Heute haben wir wortwörtlich in der Scheiße gesteckt. Wir sollten die Koppeln mit einer Art Riesenstaubsauger sauber machen. Nur leider ist der Schlauch verstopft gewesen und wir mussten ihn irgendwie wieder frei bekommen. Das Ende vom Lied war dann, dass unsere Arme bis zum Ellenbogen braun waren. Naja auf jeden Fall gibt es immer was zu tun! Gegen 12 gibt's Mittagessen und danach arbeiten wir nochmal 3 Stunden, bevor es um 6 dann auch schon Abendessen gibt. Caroline ist eine super Köchin und zaubert uns jeden Tag ein richtig leckeres Essen auf den Tisch. Wir haben sogar schon Alpaca gegessen! Schmeckt wie eine Mischung aus Rind und Schwein, auf jeden Fall sehr lecker.

Leider werden wir während der Arbeit die ganze Zeit von irgendwelchen Killerfliegen attackiert . Das ist echt schrecklich! Die Dinger summen einem die ganze Zeit um den Kopf und beißen einfach durch die Klamotten durch. Mittlerweile sehen wir schon aus wie Streuselkuchen...

Auch hier haben die Leute ziemlich merkwürdige Angewohnheiten: erstens sehen Caroline und Rob ihren Haustieren verblüffend ähnlich und zweitens decken sie ihr Essen mit Duschhauben ab. Eigentlich ja ganz geschickt, aber nachdem die gleiche Haube ungefähr 20 mal benutzt wurde, wird's langsam eklig. Zum Abendessen trinken sie immer ein "Glas Wein", was allerdings eher ein Spuckschluck ist. Vor dem Essen stoßen wir jeden Tag aufs neue ganz feierlich auf die vollbrachte Arbeit an. Außerdem glaubt man hier an Geister. In einem Haus in unserer "Nachbarschaft" spukt es anscheinend. Caroline meinte, sie habe den Geist bisher nur gehört, aber die Bewohnerin habe ihn schon gesehen. Tote Vögel, die man im Stall gefunden hat, werden in der Kühltruhe neben dem Essen gelagert, um später ausgestopft zu werden. Auch sehr lecker...

Unser Haus Zeit zum Plantschen Babyalpaca Beaver watching Selfie mit Edelweiß

12August
2014

Spätzledesaster

An unserem letzten Abend in Neufundland haben wir versucht, den Newfies deutsche Spätzle mit Linsen nahezubringen  Jan hat ein riesen Ding draus gemacht und alle ihre Geschwister zum "german supper" eingeladen. Als wir dann auch noch den gedeckten Tisch gesehen haben, hat uns fast der Schlag getroffen. Der war nämlich hergerichtet, als gäbe es sonst was zu feiern  Die Gäste waren auf 7 eingeladen, fertig war das Essen aber leider erst um 9  

Da wir ja leider keine Spätzlemaschine hatten, mussten wir uns irgendwie anders zu helfen wissen. Nachdem ungefähr 5 verschiedene Nudelsiebe dran glauben mussten, hatten wir endlich ein passendes gefunden. Nur leider haben wir nicht dran gedacht, dass Plastik in Kombination mit heißem Metall nicht so gut funktioniert, und so ist das Nudelsieb an den Spätzetopf geschmolzen, was ein wunderschönes rotes Muster auf dem Topf hinterließ. Zu unseren Linsen sollte es eigentlich Bacon geben. Der war aus unerklärlichen Gründen so gesalzen, dass man ihn nicht essen konnte. Da wir Schwaben sind und nichts verkommen lassen, wurde der bereits angebratene Bacon gründlich mit Wasser gewaschen und mit Zewa abgetrocknet, bevor er zurück in die Pfanne kam. Leo hat ziemlich verstört geschaut als er uns bei dieser Prozedur beobachtet hat   

Letztendlich ist uns das Essen dann doch ganz gut gelungen und es hat allen geschmeckt, zumindest haben sie das gesagt    Ausgesehen hat es anders: alle haben in ihrem Essen rumgestochert und die Hälfte blieb übrig. Uns hat's auf jeden Fall geschmeckt und das ist ja die Hauptsache 

Der Abschied am Donnerstag fiel uns ziemlich schwer. Auch wenn wir nur 2 1/2 Wochen dort waren, haben wir alle sehr ins Herz geschlossen und uns bei Leo und Jan echt wohl gefühlt. Da ist dann auch die ein oder andere Träne geflossen. Komisches Gefühl, wenn man weiß, dass man sich wohl nie wieder sieht.

Trotz angekündigtem Hurricane Bertha hat mit unserem Flug zurück nach Halifax glücklicherweise alles geklappt.

Die bunten Häuser sind typisch für St. Johns War anstrengender als es aussieht! Sieht doch garnicht so schlecht aus! Von Links nach rechts: Helen, Bruce, Leo und Jan Harte Arbeit Wir sollten den Wald aufräumen...

05August
2014

New Bonaventure

Jans Schwester Helen und ihr Mann Henri haben uns von Donnerstag bis Sonntag in ihr Ferienhaus in New Bonaventure eingeladen. Das kleine Fischerdörfchen liegt ca. 3 Stunden nördlich von St.John's und hat nur 17 Einwohner.

Der Ort ist wirklich super süß und es riecht nach Meer und Fisch. Jeder kennt jeden, man läd sich gegenseitig zum Abendessen ein und schenkt sich gegenseitig frisch gefangenen Fisch, selbstgemachtes Brot und Schinken.

Das Fischerdörfchen ist auch eine ziemlich beliebte Filmkulisse. Dort wurden schon 3 Filme gedreht, einer davon sogar in Helen und Henris Wohnzimmer! "The Grande Seduction", "The Shipping News" und "The Random Passage", falls das jemandem von euch etwas sagt.

Den gesamten Freitag verbrachten wir im Garten und richteten das Blumen- und Gemüsebeet wieder her, welches völlig verwildert war. Wir waren ein wenig übermotiviert und hatten uns zu viel vorgenommen, sodass wir bis abends am schuften waren 

Am nächsten Tag durften wir dann aber zur Belohnung eine Bootstour mit einem Nachbar aus dem Dorf machen. Wir haben Wale, Delfine und Puffins gesehen. Puffins sind kleine süße Vögel mit orangenem Kopf, die so viel essen, dass sie nicht wirklich hoch fliegen können und deswegen meistens auf dem Meer schwimmen. Die Tour ging vorbei an ehemaligen Fischerdörfern, von denen aber nur noch einzelne Häuser übrig sind - die Kanadier nehmen ihre Häuser nämlich einfach mit, wenn sie umziehen...ganz komische Sache  Manche Fischerdörfer sind nur über Wasser zu erreichen, weil es dort keine Wege, sondern nur schmale Trampelpfade gibt. 

Nachmittags sind wir dann noch mit Helen nach Bonavista gefahren, die Spitze der Peninsula. Dabei hat sie uns mit ihren Fahrkünsten ziemlich überrascht. Sie ist bereits 72 Jahre alt. Das hält sie aber nicht davon ab, ihre C-Klasse mit Vollgas über schmale und kurvige Straße zu jagen. Vor jedem Schlagloch wurde dann eine Vollbremsung reingehauen, sodass es uns ganz schön durchgeschüttelt hat.

In Bonavista haben wir sogar einen Eisberg gesehen, auch wenn nur in der Ferne. Und noch nicht genug: auf dem Heimweg sind wir einem echten wilden Elch begegnet, der neben der Straße auf der anderen Seite des Flusses stand und uns mit großen Augen angestarrt hat. Jetzt fehlt nur noch der Bär auf unserer Checkliste 

 

New Bonaventure Unser Haus Liebevoll angerichteter Friedhof Kanadisches Vertrauen in die Menschheit Codfish an der Angel Bonavista

 

05August
2014

Irgendwo im Nirgendwo

Von Montag auf Dienstag haben wir bei den beiden deutschen Wwoofern in Bruces Cabin übernachtet. Die beiden hatten uns zwar schon vorgewarnt, dass es dort weder Strom noch warmes Wasser gibt, trotzdem waren wir etwas schockiert, als wir dort ankamen und vor einer völlig heruntergekommene Hütte fernab von jeglicher Zivilisation standen. Bruce ist gerade dabei, die Cabin in seine Sommerresidenz umzuwandeln (wir wagen allerdings zu bezweifeln, dass sie jemals ein für Frauen bewohnbarer Ort werden kann ). Unsere Aufgabe bestand darin, das Fundament für ein Gewächshaus zu bauen. Wir wären dafür ja in einen Baumarkt gefahren und hätten uns das nötige Material gekauft...aber warum Baumarkt, wenn man sich sein Zeug auch einfach im Wald zusammensuchen kann? So durften wir in den Wald stapfen, Steine und Erde in Plastikwannen schaufeln und die vollen Wannen mit einem dicken Seil zurück zur Cabin ziehen. Da haben wir uns schon ein bisschen wie die letzten Buschmenschen gefühlt  Nach getaner Arbeit, einer kleinen Tretboottour und Baden im See war der erste Schock schnell überwunden und als wir zum Abendessen frischen Lachs mit Kartoffeln gegrillt haben und währenddessen einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen durften, gefiel es uns zunehmend immer besser. Zum Nachtisch gab es S'mores vom Lagerfeuer. Das ist eine Art Sandwich aus Crackern, gegrilltem Marshmellow und Schokolade. Ziemlich süß das Zeug  Der Sternenhimmel hier ist viel klarer und weiter als in Deutschland.
Am Dienstag ging es dann in Bruces Camper zurück in die Stadt. Sonnenbrille auf, Fenster auf und neufundländische Musik volle Pulle aufgedreht  da hat man sich schon ein bisschen wie im Film gefühlt.
Für eine Nacht oder auch mal für ein Wochenende ist die Cabin echt ein Traum, aber für einen längeren Aufenthalt ist sie schon etwas gewöhnungsbedürftig. Der Meinung waren auch die beiden Deutschen. Ursprünglich wollten sie 4 Wochen bei Bruce bleiben, ihre Pläne haben sich jedoch recht schnell geändert und so haben sie von Dienstag bis heute bei uns mit im Haus gewohnt.

Die Cabin Cabin von innen Die Anfänge des Greenhouse unser Schlafgemach Endlich wieder warm duschen!  

27Juli
2014

Cape Spear und Nature Park

Jan und Leo sind echt total lieb zu uns und bemühen sich, uns so viel wie möglich vom Land zu zeigen. Und auch das Essen ist echt lecker. An einem Abend haben wir Leo mal vom deutschen Essen erzählt und schwupp die wupp am nächsten Tag standen 1000 Joghurts, Vollkornbrot, Frischkäse und Orangensaft in der Küche.

Eine explodierende Cappuchinomaschine, ein überflutetes Klo, diverse Missverständnisse und eine depressive Katze - hier gibt es immer was zu lachen. So haben wir gestern beim Abendessen einen Plan geschmiedet, falls wir von Natalia, unserer Bekanntschaft vom Hinflug, gekidnappt werden. Leo meinte, wir sollen ihr eine Nektarine als Friedensangbot mitbringen (das komme immer gut) und Jan hatte die super Idee, das Nummernschild abzufotografieren, um auf Nummer sicher zu gehen . Wir fühlen uns hier echt super wohl und wollen garnicht daran denken, den beiden in 12 Tagen schon lebe wohl sagen zu müssen.

Gestern waren wir zusammen essen und danach noch im Kino. Hier darf man sich die Plätze im Kino selber aussuchen und die Verkaufstheke für Essen und Trinken ist ungefähr doppelt so groß wie in Deutschland.

Heute waren wir mit Natalia, ihrem Mann und ihrer Tochter im Salmonier Nature Park (wir wurden zum Glück nicht gekidnappt ). Dort haben wir sogar einen Elch gesehen!

Heute Abend kommen Jans Bruder Bruce und 2 andere Wwoofer aus Deutschland zu uns und es gibt lecker Barbecue...mmhh...

Cape Spear östlichster Punkt Nordamerikas am Cape Spear Cape Spear Salmonier Nature ParkSalmonier Nature Park

24Juli
2014

Schönheit Neufundland

Wir sind  heute  den Signal Hill bis zum Cabot Tower gewandert und wurden von der Schönheit Neufundlands geblendet  Unsere Tour führte durch das Fischerdörfchen Quidi Vidi, welches eines der ältesten Fischerorte in ganz Nordamerika ist. Hier ein paar Eindrücke:

Quidi Vidi Aussicht genießen   St.John's mit Signal Hill (linker Hügel mit Turm)

 

23Juli
2014

Burns' Place 5

Hallo ihr Lieben,

Nach einer sehr kurzen (4 Stunden) und unruhigen Nacht im Hostel ging es um 4.40 am mit dem Bus zurück zum Flughafen und von dort weiter nach St. John's auf Neufundland. Das Flugzeug war mini und machte nicht wirklich einen sicheren Eindruck, sodass wir ein wenig Angst hatten  Nach 1 1/4 Stunden sind wir dann aber gut und sicher gelandet und wurden von Jan, unserer Gastmutter abgeholt. In einem kleinen roten Auto ging es dann zu Burns' Place 5. Auf dem Weg dorthin füllte sie uns ohne Punkt und Komma das Ohr. Dabei interessierte sie es auch nicht, dass wir nur die Hälfte verstanden haben  Das liegt wohl daran, dass die Neufundländer einen starken Dialekt haben. Zum Teil sagt man sogar, die Neufundländer hätten eine eigene Sprache. Das Sprechen dagegen klappt zum Glück ganz gut und wir haben keinerlei Hemmungen.

Im Burns Place erwartete uns ein wunderschönes, riesiges Haus im amerikanischem Baustil. Wir haben unser eigenes Zimmer mit Bad im unteren Stockwerk. Jan ist 62 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrem Partner Leo. Seit 3 Tagen gibt es auch noch die Katze Ricky, die wohl eher als Hund durchgehen würde, so menschenbezogen wie sie ist. Jan sprüht nur so vor Energie, Leo dageegen ist eher gechillt drauf.

Nach dem Frühstück (Müsli, Toast, Kaffee) ging es zuerste zu Jans Ferienhaus, das wir putzten und für die neuen Gäste vorbereiteten. Danach ging  es weiter zu dem Haus ihrer verstorbenen Tante, welches 150 Jahre alt ist und bereits 5 Generationen überlebt hat. Zuerst war es wirklich beeindruckend, da es noch genau so erhalten war, wie es damals gebaut wurde (mit den alten Möbeln und all dem Kram innen), doch mit der Zeit widerte es uns eher an  Dort haben wir dann den ganzen Tag den Garten auf Vordermann gebracht und jede Menge Unkraut gejätet, damit das Grundstück für die Beerdigung der Tante, die dort stattfinden wird, gut aussieht. In dem Haus haben wir Waffen an der Wand entdeckt. Jan erzählte uns, dass das Waffen von einem Verwandten sind, um Wale und Robben zu jagen .

Zu Abend gegessen haben wir dann mit Leo, ihrem Freund. Die Essgewohnheiten sind hier ein wenig merkwürdig. Zur "Vorspeise" gab es Nachos mit Salsa, zur Hauptspeise Lasagne und Kartoffelgratin () mit Baguette und zum Dessert Soft-Lemon-Cheese-Crispy-Cake. So einen süßen und ekligen Glibberkuchen haben wir noch nie gegessen.

Die Leute hier scheinen sehr trinkfreudig zu sein. Da herrschte auch gleich Bombenstimmung. Während er uns typische Lieder aus Neufundland zeigte, sang er selbst lauthals mit.

Heute haben wir den Garten fertig gemacht und ihn mit Teddybären geschmückt. Die hat nämlich die verstorbene Tante gesammelt und zur Ehre sollten wir sie alle im Garten verteilen. Unsere Gastfamilie erscheint uns ein wenig verrückt  Jan redet laut zu ihrer verstorbenen Tante, als wäre sie noch eine Person unter uns. Und das Moos, das wir aus dem Garten entfernt haben, wurde mit einem Schild "for the free taking"auf die Straße gestellt. Wer nimmt bitte Unkraut mit nach Hause?

Unsere Mittagspause verbrachten wir an einem schönen Fluss.

Am Abend fand die Beerdigung im Garten statt.  Auf die Frage, ob es erlaubt sei die Asche im eigenen Garten zu vergraben, meinte Jan nur "that's a private party". Bei der ceremony waren ca 50 Leute und es gab Wein, Bier, Chickenwings, Meatballs, Brot, geräucherten Lachs, gefüllte Pilze und Früchte. Die Neufundländer haben erstaunlich gutes Bier! 

Burns Place 5 Teddys im GartenVersuch Selbstauslöser gescheitert

21Juli
2014

Angekommen!

...zumindest fast. Nach 7 Stunden Flug sind wir auf kanadischem Boden in Halifax angekommen. Schon im Flugzeug haben wir die Freundlichkeit der Kanadier zu spüren bekommen: unsere Nebensitzerin Natalia lebt seit 8 Jahren in St. John's, was auch unser erstes Ziel sein wird. So hatten wir genug Gesprächsthemen und nach 2 Stunden interessanter Unterhaltung wurden wir sogar eingeladen, sie und ihre Tochter bei einem Ausflug in einen Nationalpark zu begleiten. 

Die Einreise, die uns anfangs etwas zu denken gegeben hat, verlief glücklicherweise ohne Probleme. Wir mussten lediglich ein paar Fragen beantworten und einige Dokumente vorweisen und schon hatte unser Reisepass einen neuen Stempel.

Vom etwas abgelegenen Flughafen aus ging es mit dem Bus weiter Richtung Downtown. So weit das Auge reicht sieht man nichts als Wald und Seen. Die Autos haben vorne keine Nummernschilder, was ziemlich komisch aussieht. Die Häuser hier sehen aus wie im Bilderbuch. Schnuckelige Holzhäuser in bunten Farben und mit großer Veranda.

Jetzt sitzen wir im Hostel in unserem Zimmer, das wir uns mit 4 anderen Menschen (weiblich) teilen. Gegenüber von uns sitzt ein Nachtgespenst im weißen Nachthemd, das sich kaputt lacht, während sie in ihren Laptop schaut. Sie scheint sich prächtig zu amüsieren - und das alleine    

Morgen früh um 4 (!!) geht es dann wieder zurück zum Flughafen. Von dort aus geht es mit dem Flugzeug weiter nach St. John's in Neufundland, wo wir hoffentlich von unserer ersten Farmerin abgeholt werden.

Von St. John's aus sind es 4 1/2 Stunden Zeitverschiebung nach Deutschland. Halbstündige Zeitverschiebung...was es in Kanada nicht alles gibt 

Auf jeden Fall geht es uns gut und wir lassen bald wieder von uns hören hehe

mit 20 kg beladene Packesel